Maike über ADHS, die späte Diagnose und den Alltag zwischen Chaos, Energie und Verantwortung

Shownotes

In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn gemeinsam mit Dr. Christian Utler mit Maike über ihren Weg zur ADHS-Diagnose – und warum sie so lange unentdeckt geblieben ist. Schon als Kind bekam sie Rückmeldungen wie „zu viel“, „zu schnell“, „zu impulsiv“. Doch erst nach der Geburt ihres Sohnes wurde die Belastung so groß, dass sie sich Hilfe suchte. Der Alltag als alleinerziehende Mutter brachte sie an ihre Grenzen – und führte schließlich zur Diagnose ADHS im Erwachsenenalter. Maike erzählt offen von innerem Chaos, hoher Energie, Überforderung und dem Versuch, Struktur in ein Leben zu bringen, das sich lange schwer greifen ließ.

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00:00:03:

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Zu viel der Mental Health Podcast.

00:00:19: Mein Name ist Lars Tunz Feuerborn, mit mir ist heute mein Co-Host Christian Udler hier.

00:00:25: Hallo Christian!

00:00:26: Hallo

00:00:26: Lars

00:00:27: Und wir haben heute zu Gast Maike.

00:00:30: Hallo schön dass du da bist.

00:00:32: Hallo freue mich auch dazu sein.

00:00:34: Viele Menschen laufen jahrelang mit dem Gefühl durchs Leben irgendwie anders zu sein, ohne zu wissen warum eigentlich.

00:00:42: Und das heutige Thema ist ADHS.

00:00:46: Du hast vor einem Jahr wenn ich es richtig habe die Diagnose bekommen.

00:00:49: Michael Erzähl doch mal kurz ein bisschen was zu dir.

00:00:53: Ja also Ich war eigentlich schon früh so dass ich mich immer von der Masse abgehoben habe.

00:01:00: Ich war Klassensprecherin, ich war irgendwann auch Schulsprecherin und für mich war es immer wichtig dass irgendwie alle meine Stimme hören das ich für die Schwächeren eintrete, dass ich ja einfach so ein bisschen ich selber bin und mich so ein bißchen von der masse irgendwie abhebe weil ich mich nie zugehörig gefühlt hab zu den einzelnen Gruppen die sich als normal betätigt haben.

00:01:25: Ja, ich hab mich auch relativ schnell mit siebzehn geoutet als damals noch lesbisch und ich habe auch da schon sehr polarisiert.

00:01:35: also ich hatte immer sehr doll so das Gefühl ich müsste mich ausdrücken und da bin ich halt viel angeeckt auch bei meiner Familie.

00:01:42: die haben mich zwar immer so genommen wie ich kam mit all dem was dann so ...was ich so mitgebracht habe Aber ich war trotzdem immer so ein bisschen das bunte Schaf der Familie, so immer wieder was Neues.

00:01:55: Dann hat sie plötzlich eine Freundin.

00:01:59: oder als sehr frühen Freund hatte ich auch schon mit Vierzehn und dann auch relativ zeitnah weiter.

00:02:04: Das hat sich durch mein ganzes Leben eigentlich gezogen dass ich immer wieder etwas Neues bei mich gelernt habe Ja, einfach irgendwann gemerkt hab okay ich irgendwas ist mit mir so dass sich mein Alltag halt teilweise nicht so organisiere wie andere Menschen.

00:02:16: Dass ich andere Reize brauche als andere Menschen Das ich mich anders reflektiere das ich gefühle Dollar fühle als anderen Menschen.

00:02:24: Du hast jetzt gerade gesagt damals als lesbisch geoutet?

00:02:27: Ja Gab's dann noch mal ein weiteres Outing?

00:02:30: Ja es gab viel Outings.

00:02:32: Okay

00:02:33: Aber also damals war es halt irgendwie so.

00:02:35: Ich war lange mit Männern oder Jungs damals zusammen und Ich hab immer gedacht, das ist es.

00:02:41: Weil ich kann vom Dorf, sag ich mal in Anführungsstrichen ... Und da gab's so was irgendwie nicht, also so Outings oder so und ich war auf einer katholischen Schule und das war halt so... Ich war wirklich der bunte Vogel da als ich mich geoutet habe und dann aber auch richtig.

00:02:59: Dann hab ich irgendwann gemerkt, okay.

00:03:04: Ich muss mich gar nicht in so eine Schublade stecken.

00:03:05: Ich bin lesbisch, damit ich Frauen daten darf.

00:03:10: Ich war dann auch im Jugendzentrum hier in Düsseldorf-Impuls.

00:03:13: Hab ich ehrenamtlich gearbeitet und vorher war ich Teilnehmerin da.

00:03:19: Da hab ich einfach gemerkt es gibt wahnsinnig viel noch in diesem queeren Spektrum.

00:03:23: Und das Wort Queer, das gibts ja erst seit ... Also richtig, dass man's benutzt.

00:03:27: Ich glaub damals hieß es auch noch schwul-lesbisches Jugendzentrum?

00:03:30: Ja ja ja.

00:03:31: Genau und mittlerweile weiß ich gar nicht mehr was die... also was da noch beisteht.

00:03:35: Ja, ich wusste dann einfach okay, ich bin nicht lesbisch.

00:03:37: Ich bin einfach... also mittlerweile sage ich Pan wenn ich mich in der Schublade stecken muss.

00:03:40: Also ich mag den Menschen und lerne gerne Menschen kennen.

00:03:44: Und

00:03:45: genau!

00:03:46: Mit dem Pronomen darf ich dich halt Sie ansprechen?

00:03:49: Jawoll das frage ich nämlich auch nochmal zu Beginn extra.

00:03:52: Du bist gelernte Erzieherin.

00:03:55: Heute arbeitest du in einer betreuten Wohnassistenz?

00:03:59: Oder als betreutes Wohnassistent, glaube ich.

00:04:02: Genau,

00:04:02: im ambulanten Betreutenwohnen genau.

00:04:03: Was

00:04:04: ich auch spannend finde... ...weil gehen wir mal in das Thema ADAS rein,... ...weils du bekommst da natürlich auch nochmal ganz andere Reize.

00:04:13: wie läuft da so dein Alltag ab?

00:04:17: Ja es ist wirklich spannend weil ich ja schon Für mich selber, meinen Alltag zu strukturieren.

00:04:23: Das ist für mich schon eine riesige Aufgabe.

00:04:25: also ich habe das lange geübt und ich muss auch sagen früher als Mädchen war es nicht so dass mir vorge sagt wurde ich hätte irgendwie keine Struktur oder ich würde mein Alltag nicht hinkriegen.

00:04:39: Ich hab das immer alles hin gekriegt.

00:04:40: Auch Schule habe ich irgendwie so hingekriegt ohne viel zu lernen.

00:04:43: Ich habe immer mir am Abend vorher alles durchgelesen.

00:04:44: Hab dann meine Eins und zwei eingeschrieben Und hab dann irgendwie alles vergessen, aber egal.

00:04:48: Ich habe ja in der Tasche oder so.

00:04:51: So hab ich mein Leben gefühlt und immer alles hingekriegt.

00:04:54: Dann hab ich vor fünf Jahren meinen Sohn geboren ... Seitdem war ich nicht nur für mich selbst verantwortlich, sondern auch für einen zweiten Menschen und da hab' ich dann gemerkt okay jetzt wird's krass.

00:05:03: Das sprechen

00:05:03: wir auch gleich noch drüber über das Mutterwerden?

00:05:06: Genau!

00:05:06: Und dann...das bezog sich ja auch auf die Arbeit.

00:05:08: also in der Kita habe ich ja zehn Jahre gearbeitet und da war es halt irgendwann einfach so die Lautstärke vor allem für mich im Problem weil ich diese Reizüberflutung irgendwann nicht mehr aushalten konnte und deswegen habe ich mein Job gewechselt.

00:05:19: und in dem ambulant betreuten Wohnen ist jetzt so dass ich ja zu den Klientinnen nach Hause fahre mit denen ihren Alltag bewältige Denenstruktur zeige, was verwitzig ist.

00:05:29: Weil ich das ja selber kaum bekomme.

00:05:32: Ich kriege es irgendwie, aber es überfordert mich hart.

00:05:33: Ich bin dann schon so, dass ich merke, am Ende des Tages sehr ausgelaugt.

00:05:37: Ich habe für mich ein System entwickelt und auch drei Jahre Therapie gemacht, wo ich meine Strategien irgendwie entwickelt habe ... Unter anderem eben einen sehr sorgfältig geführten Kalender, den ich mit vielen Farben und verschiedenen Menschen zusammen führe.

00:05:51: So dass sich da immer ein Überblick habe.

00:05:52: Ich hab ein Arbeitskalender wo ich die ganzen Termine meiner Arbeit sorgfähig aufschreibe.

00:05:57: Ich schreibe in die Termine nochmal die Infos, die ich brauche.

00:05:59: also wo muss ich hin?

00:06:01: Wann muss ich dahin?

00:06:01: wann muss ich abholen wie sind die Arbeitswege?

00:06:03: Wie viel Zeit brauche ich von da bis nach da?

00:06:05: weil ich halt auch viel mit denen dann so im Kreis Geilenkirchen Heinsberg von zu Hause, zur Ärztin in den Fahrer und so.

00:06:11: Und das muss ich halt alles einplanen.

00:06:13: Das hat am Anfang ein bisschen Übung gebraucht und mittlerweile habe ich das ganz gut drauf weil ich einfach genau weiß wie mein Kopf funktioniert... ...und wie ich mich an Dinge erinnere und Dinge organisieren kann sodass ich am Ende ja da nicht ein Problem

00:06:26: hab.

00:06:27: Wie bist du denn zu der Diagnose ADHS gekommen?

00:06:31: War dir das schon früh klar dass es das ist oder hast du dich eher gefragt?

00:06:35: okay ich bin irgendwie zwar ein bisschen anders aber ... hake ich jetzt mal so als anders ab.

00:06:40: Wie war der Weg dahin?

00:06:42: Ich hab durch den pädagogischen Anteil, den ich eben gelernt habe... ... immer gedacht das ADHS irgendwie so ein Kinderding ist und dass sich das quasi verwächst bis ich dann... ...bis das ganze Thema auch deutlicher in den Medien besprochen wurde.

00:06:57: Das ist ja jetzt erst seit ein paar Jahren, dass es wirklich auch so deutlich besprochen wird.

00:07:01: Und damals habe ich dann gemerkt so irgendwie irgendwas... Ist anders an mir oder mein Kopf funktioniert anders als andere Menschen, aber ich konnte es nicht so richtig benennen.

00:07:12: Und dann hab' ich ja die Therapie gemacht aufgrund von ganz vielen anderen Dingen und ... Die Therapeutin hatte mich dann darauf angesprochen.

00:07:20: nachdem sie dann sagte was ist eigentlich los mit ihnen?

00:07:23: Sie ist total überreizend, total erschöpft haben sie eigentlich mal über eine ADHS-Diagnose nachgedacht?

00:07:29: und ich habe erst so richtig gelacht und dachte so... Ich hab doch keine ADHS!

00:07:33: Und dann hab ich mich mit diesem Thema beschäftigt und hat mich so darin wiedergefunden.

00:07:37: Ab diesem Zeitpunkt war Hyperfokus ADHS, ich habe mich so mit diesen ganzen Infos, mit dem was da passiert, mit Menschen, die betroffen sind unterhalten ... und hab auch damals ein Interview im Radio dazu gegeben, weil ich eine Bekannte hatte, die da gearbeitet hat, die mich dazugefragt hat, warum ich das denke, dass ich das hätte?

00:07:55: Da war ich halt noch in dieser Diagnosephase.

00:07:57: Da haben sich ganz viele Betroffene gemeldet, wo ich dachte, okay, den geht's genauso Ja.

00:08:03: und dann habe ich in Oberkasse hier eine psychiatrische Klinik gefunden, die eben ADHS-Diagnosen für Erwachsene machen.

00:08:09: Das war total schwer zu finden weil das kaum PsychiaterInnen machen oder sie machen ist und es gibt Wartezeiten, die sind einfach jahrelang.

00:08:19: also ich hab auch ein Jahr gewartet und in diesem Jahr musste ich mehrere Fragebögen ausfüllen und musste dann zu mehreren Gesprächen und so und erst nach einem Jahr hatte ich dann die Diagnose.

00:08:32: Christian warum?

00:08:33: Ist es so schwierig im Endeffekt?

00:08:37: oder warum gibt es auch so viele Missverständnisse bei ADHS in der Diagnostik?

00:08:43: Warum ist das so schwierig, dass auch zu erkennen.

00:08:45: Also ich höre ganz viel typische Sachen bei dir so indirekt vorausschicken wir in vielen Folgen.

00:08:53: bin ich sehr sehr vorsichtig mit Diagnosen und mit dem Labeling So ein bisschen unterstellig?

00:09:04: oder verstehe ich jetzt bei dir, dadurch dass du da jetzt Orientierung gekriegt hast.

00:09:09: Dass du dich selber mit der Diagnose einordnen konntest hat es dir eine Entlastung gegeben?

00:09:16: Ja auf jeden Fall!

00:09:17: Also irgendwie das Gefühl von Ich weiß jetzt so funktioniert es in meinem Kopf und deswegen sind manche Dinge so und ich konnte halt dann für mich mehr Verständnis aufbringen also irgendwie sagen okay Es liegt nicht daran, dass ich nicht genug gelernt habe.

00:09:29: Dass ich nicht genügend versucht hab, sondern es ist einfach so... Ich vermuss das einfach für mich anders einordnen und das hat mir schon auch irgendwie Sicherheit gegeben und das Gefühl von ... Ich bin eben nicht unnormal, also dann ... Ich hab einfach eine Neure, die bei mir geht.

00:09:43: Was ich auch verstanden habe bei dir in deinem Fall bist du oder auch die Kollegen?

00:09:49: Also erstens die Therapeutin aber dann auch einen einen Standort der Erfahrung hat, der sich mühe gibt.

00:09:56: mehrere Gespräche die das diagnostiziert haben scheinen sehr sorgfältig vorgegangen zu sein.

00:10:03: Die haben da nicht einfach mal was rausgehauen sondern es war ein Prozess bis sie dann dir die Diagnose gegeben haben so wie ich das verstehe.

00:10:12: Ja genau also ich musste ja auch Zeugnisse einreichen, die bis in die Kindheit gehen und dann wurden meine Mama und meine Schwester befragt.

00:10:22: Meine Partnerin musste einen Fragebogen ausfüllen so dass da mehrere Menschen auch mit involviert sind oder wirklich auch Biografieforschung so ein bisschen stattgefunden hat.

00:10:30: Also

00:10:31: wir hören raus und das ist ganz wichtig.

00:10:33: Das erste Alarm also dieses ADHS ist keine Schnellschussdiagnose sondern es ist ein komplexes Arbeiten Patienten und mit den Angehörigen, es gehört dazu die biografische Arbeit.

00:10:48: Es gehören die Gespräche dazu.

00:10:51: Es gehört viel Beobachten von dir selber dazu Und es gehört auch dazu auf der anderen Seite zu denken Steckt nicht vielleicht auch was anderes dahinter?

00:11:07: Ich wurde Differenzialdiagnose.

00:11:09: Was könnte das denn sonst sein?

00:11:14: Von der Seite ist es eine aufwendige Diagnose.

00:11:17: Wir müssen auch vorsichtig sein, dass wir es nicht überdiagnostizieren und nicht fehldiagnosen diagnostizieren.

00:11:24: Und weil's so aufwendig ist und weil's auch schlecht bezahlt ist, findest du eben auch schwer jemanden, der das macht und es dauert bis du überhaupt mal richtig ... am richtigen Ort bist, wo man diagnostisch stand schaut.

00:11:40: Also ist es auch wirklich so dass es wenig Leute gibt die sich darauf spezialisieren oder die das Verfahren dann

00:11:47: durchheben?

00:11:48: Wir selber wie du erweist haben wir ja auch ein großes Gesundheitsunternehmen mit sechzehn Standorten.

00:11:53: Wir haben sicher tausend Mitarbeiter und Im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bereich schon viele, da ist es Standard.

00:12:03: Aber im erwachsenen psychiatrischen Bereichen haben wir jetzt nicht so viele.

00:12:07: Und wir könnten auch viel mehr diagnostizieren.

00:12:10: aber das macht sehr viel Arbeit.

00:12:12: Das macht sehr, sehr viel Aufwand bis man sich auch einigermaßen sicher sein kann.

00:12:16: Große Frage werden natürlich bei dir.

00:12:18: also wir hören ja raus, dass Leid zum Turm bei dir ist Ich kriege meine Strukturen nicht hin, ich drifte da weg.

00:12:26: Aber... ...ich habe auch schon gelernt was mir gut hilft mich strukturieren.

00:12:31: Alltag, alltag,alltag Kalender!

00:12:34: Ich hab auch gelernt was mehr auch gut hilft.

00:12:37: Reizüberflutung zu viel das geht nicht.

00:12:40: dass du dir sogar eine andere Arbeitsstelle gesucht was natürlich perfekt ist weil du sagst ich muss auch selber etwas dafür tun ich muss selber irgendwie schauen und einzahlen dass ich mich aufgrund weil Ich würde es jetzt nicht als Störung bezeichnen.

00:12:54: Es ist vielleicht etwas, was an Eigenschaften und Kompetenzen, an Art und Weise wie du bist, wie du denkst, wie Du fühlst das vielleicht in unserer modernen Welt nicht so gefragt ist.

00:13:06: aber es sind ja auch Dinge die dich stark machen.

00:13:11: ZB.

00:13:12: mit dieser Neigung ist es dir leichter gefahren Dich herauszustellen für andere zu sprechen.

00:13:17: also es gehört ja etwas dazu dass jemand Schulsprecherin ist.

00:13:23: In unserer Welt ist es eine Diagnose, wo wir immer auf die Defizitseite schauen.

00:13:30: und du hattest auch den Begriff gebracht Hyperfokus.

00:13:36: zu tiefer Fokus kann ja auch eine Stärke sein.

00:13:38: vielleicht magst du das doch mal beschreiben auch was mir obwohl ich Arzt bin lang gar nicht bekannt war oder was sich gar nicht so verstanden hat?

00:13:46: Was heißt das dann?

00:13:47: Was erlebst du in so einer Hyperfokus-Situation?

00:13:51: Ja, ich glaube es... Also das habe ich echt oft.

00:13:55: Ich glaube also meine Partnerin, wir leben in Polyamor, da ist auch noch mal ein Ding mit Organisationen und Planung und Struktur.

00:14:04: Meine Partnerinnen sagen immer, man hast schon wieder so eine Hyperfocus weil ich dann keine Ahnung, gerade spiele ich jetzt mit meinem Sohn Pokemon Go!

00:14:12: Weil mein Sohn ist fünf und der hat da voll Bock drauf.

00:14:14: Und wenn ich mich mit was beschäftige, dann möchte ich das gut machen oder mit allen Facetten machen.

00:14:20: Ich fuchse mich da rein, gucke mir genau an wie es funktioniert.

00:14:22: Das kann ein paar Stunden vergehen.

00:14:26: Ich bin jetzt gerade krankgeschrieben weil mein Arm ja gebrochen war.

00:14:31: Deswegen habe ich viel Zeit gehabt zu Hause.

00:14:34: Dann können fünf Stunden vergehen und ich gucke auf die Uhr und denke, oh mein Gott.

00:14:37: Ich hab mich jetzt fünf Stunden mit einem Pokemon Cow spiel beschäftigt weil ich das zu meinen Sohn gut machen will.

00:14:43: oder Sport.

00:14:44: also ich bin jetzt hier vor kurzem Halbmarathon gelaufen.

00:14:47: der war jetzt hier am Sonntag Und das war mein erster halbmarathorn.

00:14:51: meine Partnerin Anne Die läuft schon lange und hat mich so ein bisschen motiviert und angesteckt und Da war ich dann so drin.

00:14:58: ich habe mich da nur noch in dieser Läuferin Bubble beschäftig mit den ganzen Läuberinnen von gar nicht laufen auf drei, vier mal die Woche laufen bis ich dann krank war und verletzt war.

00:15:10: Das sind solche Dinge beschäftige ich mich mit allem, was irgendwie mit dem Laufens tun hat.

00:15:14: Also sei es Equipment wie eine Lauftasche, laufweste, keinem.

00:15:18: Was braucht man noch?

00:15:19: Welche Laufschuhe brauche ich?

00:15:20: Wo finde ich

00:15:20: die?".

00:15:21: Und da kann ich mich stundenlang reinfuchsen und dann kann das aber auch relativ schnell.

00:15:25: also beim Laufen... Ich glaube, dass bleibt da, aber ich glaube diese Pokémon Gopher, sie wird noch zwei Wochen gehen drei Wochen, da habe ich keinen Bock mehr darauf!

00:15:30: Dann ist alles, was ich mir darüber informiert hab einfach völlig irrelevant.

00:15:33: Aber für den Moment ist es der Hyperfokus.

00:15:36: Eigentlich wenn wir uns das so anhören passt eigentlich der Begriff Defizit-Syndrom gar nicht so gut Aufmerksamkeit.

00:15:43: Es ist ja kein, du hast keinen Defizit, dass du nicht... Du hast mitunter vielleicht sogar zu viel Aufmerksamkeit.

00:15:50: Mitunter ist es das Timing.

00:15:51: wie setzt du oder die Dosis?

00:15:53: Wie setzt du wo die Aufmerksamkeit ein?

00:15:56: Es ist ein typisches Symptom was du hast, was zur Diagnose passt aber was eigentlich nicht zu dem Begriff Defizite passt.

00:16:02: Das ist in dem Sinn kein Defiziten.

00:16:06: Gerade ich kann mich sehr tief in etwas hineinarbeiten ist ja mitunter auch eine ganz, ganz wichtige und tolle Eigenschaft.

00:16:14: Ja.

00:16:15: Kommen wir da mal zu dem nächsten Punkt der... bei dir im Leben auf jeden Fall sehr große Veränderungen gebracht hat.

00:16:23: Natürlich eine schöne Veränderung, aber auch mit viel Overload zusammen kam und das ist die Geburt deines Kindes, deines Sohnes?

00:16:32: Wie hat das dein Leben verändert?

00:16:35: Hundert Prozent!

00:16:36: Also man sagt also ich war einer von den Erzieherinnen, die damals gesagt haben wenn ich ein Kind kriege was soll er schon großartig verändern?

00:16:43: Das ist so witzig, weil das sagt man immer.

00:16:46: Ein Kind wird mein Leben nicht großartig verändern und ein Kind verändert einfach alles.

00:16:49: Allein schon deine Schlafzeiten sich komplett verinnern.

00:16:52: Man ist gewohnt, dass man sich hinlegt und man aufsteht wenn der Wecker klingelt.

00:16:56: Ich will jetzt also auch nicht gemeinern.

00:16:59: es gibt Kinder die schlafen bestimmt bis er weckerklingelt.

00:17:01: meinen hat das nie getan.

00:17:04: Also meine Schlafzeit haben sich komplett verändert.

00:17:07: Mein Sohn steht morgens aller spätestens um halb sieben auf eigentlich eher so halb sechs Manchmal auch um fünf, je nach Zeitverschiebung auch mal um halb vier.

00:17:17: Also es ist das schon mal.

00:17:19: Schlafmangel ist ein großes Thema was da dann auch nochmal zum Thema Konzentration vielleicht auch wichtig ist weil wenn man als mutterständig schlafen Mangel hat und dann noch funktionieren muss den ganzen Tag macht das schon Riesenunterschied.

00:17:30: und klar also die die Fürsorge generell du kannst nicht morgens sagen ja gut ich frische geht's mir nicht Frischstücke halt um zwölf, sondern der ist ein kleiner Junge.

00:17:41: Der hat Hunger und du musst dich darum kümmern, dass er was zu essen hat.

00:17:43: Du musst einkaufen, du musst immer frische Sachen da haben als ... keine Ahnung.

00:17:48: also alleine, als ich alleine war habe ich das, hab' ich mir ja gar nicht so viel Gedanken drungen gemacht.

00:17:52: Also klar, habe ich immer etwas im Kühlschrank gehabt aber es war jetzt auch nicht immer so.

00:17:56: das breite Spektrum an Gesundheiten.

00:17:58: Klar auch weil ich auch viel Sport gemacht habe schon vorher.

00:18:01: Aber das ist mit Kind irgendwie einfach nochmal anders.

00:18:03: Und dann haben die ja auch bestimmte Bedürfnisse Dinge, die sie gerne mögen und essen.

00:18:09: Das ist schon das Ding.

00:18:10: Dann haben die eigene Termine, die müssen in die Kita ... Du machst Eingewöhnungen in der Kita als Mutter?

00:18:14: Ist das noch mal eine ganz andere Geschichte.

00:18:16: als Erzieherin auf der anderen Seite?

00:18:19: Habe ich auch wahrgenommen.

00:18:20: Die Eingefüllung mit meinem Sohn war eine riesige Katastrophe!

00:18:22: Es war einfach nur grausam.

00:18:23: Wir gingen glaube ich ... Also eigentlich sind wir immer nicht abgeschlossen.

00:18:26: Aber damals ging's ihm fünf Monate jeden Tag nur geschrei'n Geheule.

00:18:30: Und es war so schlimm für den, er wollte da gar nicht hingehen und er war schon zwei.

00:18:33: Für mich war das auch schlimm also... Alles in allem hat sich mein Leben komplett verändert.

00:18:39: Und wüsstest du, oder was ist dir da in der Zeit vor allem auch schwer gefallen bei diesen Strukturen?

00:18:47: Oder wie hast du die Strukturn auch aufgebaut?

00:18:51: Also schwer gefallen ist mir vor allem glaube ich das mit dem Schlafen.

00:18:55: also das war wirklich für mich das Schwerste weil ich gerne lange schlafe und ich bin kein morgenmensch.

00:19:04: mich fertig machen, das Kind fertig machen.

00:19:06: Ich sag mal die Elternzeit ist nochmal eine eigene Kiste da hat man ja also ich hatte zwei Jahre älteren Zeit.

00:19:10: Da muss ich nicht arbeiten, das ist nochmal anders.

00:19:11: aber seitdem ich wieder arbeite musst du halt einfach morgens zwei Menschen fertig machen und... ...ich bin schon mit Zeitmanagement nicht so gut.

00:19:19: Das heißt, ich war ja heute auch zehn Minuten zu früh.

00:19:22: Das ist Absicht weil ich immer extra ein Plane zu früh zu kommen damit ich nicht zu spät komme.

00:19:27: Weil sonst komm' ich zu späht!

00:19:29: Meine Partnerin Sarah Kander von Leedsing, die muss noch nicht schnell auf mich warten.

00:19:33: Bei Felix ist es eben so, dass ich da auch oft einfach super denke.

00:19:38: Wir haben super viel Zeit und dann ist so ... wir müssen doch los!

00:19:41: Dann sagt er immer, wir müssen uns schon wieder beeilen?

00:19:43: Warum hast du dich ein bisschen besser organisiert?

00:19:46: Also der sieht das auch schon, dass sich teilweise dann so schnell, schnell, wir sind uns los... Und mittlerweile versuche ich halt wirklich den Wecker noch früher zu stellen und noch mehr Zeit einzuplanen damit ich Sachen wie Oh ich muss noch die Pflanze gießen, weil sie sieht irgendwie traurig aus.

00:20:01: Noch mit Einplanen war das macht mein Gehirn dann auch.

00:20:03: Da muss ich jetzt noch schnell gießen.

00:20:06: Dann schaffe ich es eigentlich fast immer pünktlich aus dem Haus und ich komme auch immer zu pünftig zur Termine.

00:20:10: was ist für mich halt Stress?

00:20:11: also

00:20:12: ja verstehe Christian was passiert denn da eigentlich im Gehirnt bei ADHS?

00:20:17: Was ist das?

00:20:19: Also?

00:20:19: vielleicht eines noch.

00:20:21: Ich freue mich richtig beim Zuhören, weil du wirklich deinen Schicksal in die Hand nimmst und genau das machst nämlich wo kann ich fähne?

00:20:32: Die Hand nehmen!

00:20:32: Ich organisiere mich... ich mache sogar so dass ich den früher stell.

00:20:38: dir wird bewusst wo deine Stressoren sind.

00:20:41: also mit dem Felix.

00:20:42: selbstverständlich Du hast es nicht erkannt aber wir hören einfach was du brauchst ist Strukturstruktur, Routine.

00:20:50: Richtiger Schlaf kein Schlafmangel und wann immer dir das natürlich auch gelingt und du versuchst dich darauf auszurichten dann läuft es besser.

00:20:58: Dann kommst du besser durchs Leben durch.

00:21:00: wenn wir mal unser Gehirn anschauen Wir sind da natürlich sehr holzschrittartig.

00:21:06: Es gibt die Hypothese dass ist eine ein falsches Gleichgewicht ist ein falses zusammenspiel Von zwei Botenstoffen, von Dopamin und von Noordrinalin.

00:21:21: Beide sind Botenstoffe im Gehirn die vor allem in den Regionen wirksam sind wo es eben auch zum einen ums Planen geht wo auch sowas ist ich mach was Ich mache etwas nicht wo's auch ums Hemmen geht Das kann man sagen, ein bisschen wenig rauswiesen ist eigentlich mit den Impulsen.

00:21:43: Wenn sie da sind wie schwer fällt es die zu kontrollieren oder nicht zu kontrollierend und da das aus der Balance ist aus dem normalen Spiel manchmal ist eben auch ein zu wenig von diesem Dopamin.

00:21:55: Das ist was aktiviertes.

00:21:58: dann glaubt mal weil wir diese Botenstoffe so nicht in einem Zusammenspiel haben.

00:22:01: dadurch kommt's auf der Symptome Seite zu Symptomen.

00:22:07: Wir wissen, dass wir das mitunter durch Übermedikamente erleichtern können.

00:22:11: Einfach, dass diese Balance anders einstellen werden.

00:22:14: und spannend ob du es mal ausprobiert hast oder nicht.

00:22:17: aber wir sehen eben auch, dass es einfach über Verhaltensveränderungen gibt das irgendwo zum Teil wenigstens auszugleichen.

00:22:26: Waren Medikamente ein Thema bei dir?

00:22:28: Ja und nehme mich auch regelmäßig.

00:22:33: Damals mit meiner Therapeutin, die hatte mir dann gesagt.

00:22:36: Ich sollte mit einem Psychiatrin suchen oder einen Psychiater suchen der mir dann aufgrund meiner Diagnose mal ein Rezept ausstellt.

00:22:45: Es gibt ja ganz viele verschiedene Medikamente und ich sollte da einfach mal ein bisschen mich austesten was mir gut tut weil wir haben natürlich auch sehr viele Nebenwirkungen.

00:22:54: Ich habe dann direkt durch wieder Vitamin B. Zucht man auch ewig nach einer Psychiaterin, hab ich eine gefunden bei der eine Klientin von mir ist und dort bin ich dann relativ schnell untergekommen.

00:23:09: Die hat mir dann Elvanse verschrieben und damit fahre ich wirklich gut.

00:23:14: also ich habe mich in einer relativ geringen Dosis angefangen und bin auch mit damit happy und behalte die auch bei.

00:23:19: Ich nehm' dich das täglich jeden Tag Und seitdem geht es mehr deutlich besser.

00:23:26: Was ich aber festgestellt habe ist, dass die ADHS Symptome besser zu kontrollieren sind.

00:23:32: für mich also Impulskontrolle ist viel besser und kann meinen Alltag eigentlich noch ein bisschen besser kontrollieren, strukturieren.

00:23:39: Klar ist das nicht weg so aber es wird besser.

00:23:42: was mir dadurch aber schwerer fällt ist vor allem Reize auszuhalten wie Lautstärke.

00:23:49: viele Menschen Ja, dieses schnelle Überreiz überflutet sein.

00:23:55: Also wenn ich jetzt zum Beispiel einkaufen gehe sind mir ... Wenn ich keine Medikamente nehme das Kassen piepen und auch die Leute, die da rumlaufen Und auch Kinder geschreiben.

00:24:02: Hintergrund an der Kasse wäre ich völlig egal.

00:24:05: Aber wenn ich Elvan so nehme dann habe ich es oft dass ich dann denke ah ja guck mal Ich hab alles eingekauft was auf der Liste steht super!

00:24:10: Ich hab nicht mehr eingekauft als auf der liste steht.

00:24:13: Super aber das Kind hinter mir... Ich kann es nicht ertragen Es ist viel zu laut.

00:24:16: Das Piep in meiner Kasse macht mich völlig irre und dann sitze ich im Auto und denke Oh, das war einfach so laut.

00:24:20: ich habe mittlerweile so Neus-Canceling stopfen.

00:24:23: Die sind super, die hab ich für mich und meinen Sohn gekauft und die nutze ich halt auch dann wenn's mir zu laut ist oder zu viel.

00:24:29: Ich muss an immer abwägen welches soziale Event ist heute?

00:24:33: Möchte ich für die Gesellschaft erträglich sein und er möchte in der Gesellschaft für mich ertläglich sein?

00:24:38: Und dann überlege ich nehme ich heute was oder nehm' ich es nicht!

00:24:41: Ja.

00:24:41: Christian, was passiert da?

00:24:43: Oder ist es normal dass sich die Medikamente dann so ausprägen?

00:24:48: Also es ist eigentlich auch sehr typisch wie das beide ist auf der einen Seite eben dieses bessere Strukturieren, dieses klarer... also das unterstützen aber ebenfalls etwas mit.

00:25:00: Wir hören ja nur Adrenalin passt normal nicht Mit dem L-Vanze wird das eben mehr.

00:25:06: Aber auf der anderen Seite wenn sie heute Mikrogramm genau passt, da ist halt etwas was du einfach als Dosis simst.

00:25:14: Was anderes wie wenn es das Gehirn selber tunet dann wirst du sofort nach Adrenalin macht Reit Stress, dann bist du empfindlicher.

00:25:22: Du musst ja in den Alarm-Modus gehen im Stress und das ist das was du dann sozusagen weil's in dem Moment zu viel ist, weil es heute Holzschnittartig dosiert ist.

00:25:30: Es gibt ja nicht eine ganz feine Pumpe wo man sagt in der Minute ein bisschen mehr, ein bisschen weniger.

00:25:36: Der Regler den hast du nicht und dann ist das die Nebenwirkung.

00:25:39: Eigentlich ist es sehr typisch was du beschreibst aber auch da sagst du ja gut ich bin hier auch ein bisschen selber meine Chefin und an bestimmten Tagen tue ich mir das Medikament eben anders oder lasse es weg.

00:25:53: Aber über alles scheint's Auch vor allem dieses Impulsthema scheint dir ein bisschen leichter zu vorn, dass die Impulse nicht überschießen so wie ich das jetzt verstehe.

00:26:05: Ja auf jeden Fall also gefühlstechnisch auf jeden fall.

00:26:09: auch merke ich, dass sich zum Beispiel im Umgang mit meiner Partnerin Sarah, also mit der wo ich zusammen, dass ich da meine Gefühle besser Kontrolle habe, dass wir unsere... Wir haben öfter mal Streitereien zu Hause, es bleibt nicht aus aber früher war das halt so.

00:26:23: ihre Technik dahinter viele Reden und drüber reden und reden.

00:26:27: Ich brauch eher kurz Rückzug, Rückzug.

00:26:29: Dann Ruhe, dann beruhigen und wieder reden.

00:26:31: Wenn sie sofort mit mir reden will, geht mein Impuls nach oben, ich werde wütend, kann mich nicht kontrollieren ... Und dann eskaliert sein.

00:26:38: Wir haben eine komplett unterschiedliche Streitkultur.

00:26:40: Wir waren aber auch schon mehrfach bei der Parttherapie oder ihrer Therapeuten, was uns sehr geholfen hat im Umgang zu verstehen.

00:26:46: so wir haben beide den gleichen Wunsch dahinter.

00:26:48: Aber die Art und Weise wie wir erzogen worden sind gehen wir mit Gefühlen um, wir sprechen über Konflikte.

00:26:57: Wir sprechen über Bedürfnisse und Wünsche.

00:26:58: Das ist komplett anders gewesen.

00:27:00: Mittlerweile haben wir da einen guten Weg gefunden.

00:27:02: Und das merke ich halt schon, seitdem ich weiß, dass auch meine Medikamente regelmäßig nehme, dass es für mich wesentlich besser einzusortieren ist und nicht direkt an die Decke fahre sondern auch mich schneller wieder beruhigen kann.

00:27:15: Ich kann bessere Prioritäten setzen.

00:27:16: Es ist schon so ... wenn ich jetzt Medikamente genommen habe, jetzt nicht sage okay ist jetzt voll wichtig dass ich meine Pflanzen alle oben topfe.

00:27:24: Ich hab sehr viele sondern es ist jetzt gerade super wichtig das ich keine Ahnung die Küche aufräume und jetzt essen koche weil mein Sohn Hunger hat und wir haben schon spät meine Zeit besser kontrollieren.

00:27:35: Also ich habe das ganz oft, dass wir dann auf die Uhr gucken und da ist so oh es ist schon sieben Uhr und eigentlich geht er um halb sieben ins Bett.

00:27:40: aber wir haben noch nicht gegessen, wir haben auch noch nicht geduscht und das merke ich schon.

00:27:44: also ich hab eine bessere Organisation seitdem

00:27:47: was du beschrieben hast eben auch zur Diagnosestellung gehört oder zum Symptomen.

00:27:52: komplex ist dieses Thema mit den Impulsen, dass die mit unter ziemlich hoch schießen und das ist dann natürlich in Beziehung führen Schwierigkeiten macht, was dann eben auch die Partner oder die Angehörigen eben auch sagen.

00:28:07: Aber auch da ist es sehr schön für unsere Hörer.

00:28:12: Es braucht beides.

00:28:15: Ich wäre mir bewusst aber ich gehe das Thema auch an.

00:28:18: Ich geh zum Beispiel in eine Moderation mit ein paar Therapeuten.

00:28:23: Ich gucke mir auch an was sind meine alten Muster und versuche daran zu arbeiten dass du nicht einfach sagst dich liegt ihr in den Schuhs?

00:28:31: Sondern ich kann letztendlich mit dieser ... Ich würde noch mal nach wie vor sagen sehr vorsichtig Markel, sondern mit meiner Art und Weise.

00:28:42: Wie ich denn bin?

00:28:44: Mit meiner Variante.

00:28:47: Ich gucke, wie ich durchs Leben komme damit.

00:28:49: Und was sehr schön ist vielleicht das weiße jetzt nicht genau.

00:28:52: Was glaube ich gut hat sich schön angehört.

00:28:54: deine Eltern konnten dich immer so annehmen, wie du bist... vermutlich vielleicht bei dir auch eine gute Basis ist, dass du es überhaupt so gut hinkriegst.

00:29:06: Ja also ich bin meinen Eltern auch wirklich dankbar.

00:29:07: Also meine Mutter die hat eigentlich... Ich kam immer mal wieder mit etwas Neuem in der Ecke als ich mein allein schon dieses ich aute mich als queere Person dann ich autumich als Poli-Person Dann nicht auto mich als Person die eine polioffene Beziehung führt.

00:29:20: Dann als ich auto mich wie Veganerin Es waren viele Outings für meine Eltern die haben schwer zu kämpfen Aber die haben eigentlich immer, also meine Mama hat zwar immer so ein bisschen geschluckt und dann so okay.

00:29:31: Also sie hat nie irgendwie was kritisiert oder gesagt das es irgendwie nicht in Ordnung ist oder so.

00:29:36: Und mein Vater hat auch immer gesagt ok du hast jetzt zwei Freundinnen da stehe ich noch einen Stuhl hin.

00:29:41: Es war jetzt nie so dass ich irgendwie jetzt doll kritisierend wurde.

00:29:46: Ich hatte halt manchmal eher das Gefühl, dass sich am Tisch... viel Rede Anteil hat, also das merke ich halt auch.

00:29:51: Ich rede sehr viel, ich rede sehr schnell.

00:29:53: Das kann für neurotypische Menschen sehr anstrengend sein, weil wenn ich versuche einen Weg zu erklären ist es meistens so gibt's immer diese schönen Vergleichsbilder mit einem Schienenbild wo dann so zwanzig Schienen in eine Richtung führen und am Ende zusammen... ...das ist der ADHS-Kopf!

00:30:05: Und da gibts den Neurotypischen Kopf der so einen Weg erklärt und er kommt schnell zum Punkt.

00:30:08: Ich komme nie zum Punkt!

00:30:10: Es ist super spannend.

00:30:12: man merkt natürlich auch ne Dynamik wenn wir uns unterhalten.

00:30:15: Also ich würde sagen jetzt bei mir dass nicht ganz so ausgeprägt, trotzdem habe ich die Diagnose auch bekommen als Kind schon.

00:30:23: Ich

00:30:24: kenne auch gewisse Sachen wo ich das bei mir erkenne.

00:30:27: Das ist zum Beispiel auch dieses wie du sagst Blumen gießen oder sonst was.

00:30:29: also wenn ich morgens bin froh wenn ich schaffe mein Frühstück zu machen den Hund zu füttern ohne dass sich dann dreitausend Wege geht da sind wir bei den zwanzig Schienen.

00:30:37: das verstehe ich auch total.

00:30:40: Wie is das?

00:30:40: jetzt sagst Du ja schon ne?

00:30:42: Wenn die eine Person es so Die andere so Du bist in einer Beziehung mit einer Partnerin, die eher sehr sensibel reagiert und ist.

00:30:52: Und jetzt bist du Energie geladen?

00:30:54: Du hast mir erzählt dein Kind ist Energie geladene.

00:30:57: Wie funktioniert da der Alltag?

00:30:59: Ja das Bild!

00:31:02: Also bei meiner Partnerin Sarah steht jetzt im Raum dass sie eventuell eine Autismus-Spektrum Störung hat.

00:31:09: Das ist halt auch sowas.

00:31:10: Das Wort Störung finde ich halt auch schwierig aber es wird ja so benannt bzw.

00:31:14: dass sich auf dem Spektrum bewegt Jetzt in den ganzen Anfangskinderschuhen.

00:31:19: Das würde auch ganz viel erklären, warum wir uns z.B.

00:31:21: in einer Konfliktsituation unterschiedlich verhalten?

00:31:25: Weil sie will Dinge verstehen und muss sich vernünftig einordnen können um Sie zu verstehen.

00:31:31: Deswegen fragt sie immer wieder nach auf verschiedene Daten und weiß ich fühle mich dadurch unglaublich provoziert wenn sie immer nachfragt werde super wütend.

00:31:37: Und am Ende ist einfach bei mir eine kalte Mauer und sie sitzt da und ist total aufgelöst.

00:31:42: Und am Ende müssen wir beide uns kurz beruhigen und dann sagen okay, es war voll drüber.

00:31:46: Wir abmen jetzt beider Tief durch und fangen einfach vorne an... ...und so ist halt mein Kind auch.

00:31:50: Also mein Kind ist genauso... Der hat zu einhundert Prozent ADHS.

00:31:56: Das Paradebeispiel für einen kleinen Jungen mit ADHS ist jetzt noch wie gesagt fünf.

00:31:59: Wir stehen jetzt auf einer Liste für eine Diagnose, das dauert halt einfach noch aber der hat einfach genau... Der ist mein Minimi und er ist laut.

00:32:10: Der redet den ganzen Tag, der sinkt den ganzen tag.

00:32:12: Der hüpft und springt den ganze Tag.

00:32:13: Also er kann keine Sekunde still sitzen auch nicht auf einem Stuhl beim Essen.

00:32:17: Und das wird in der Schule dann auch nochmal spannend?

00:32:19: Genau!

00:32:20: Das wird in einer Stuhle auch noch mal spannend und meine Freundin ist halt so... Manchmal ist man atmen zu laut, manchmal ist man kaum zu laut und sie ist dann so... Gott sei Dank haben wir es jetzt so geregelt dass wir in eine kleinere Wohnung gezogen sind die aber besser aufgeteilt ist.

00:32:34: Jetzt habe ich mein eigenes Zimmer.

00:32:35: Mein Zimmer ist quasi Wohn- und Schlafbereich Ihr Zimmer ist schlaf Schlafbereich und ja, wir haben jetzt beide unsere eigenen großen Betten.

00:32:46: Und mein Sohn hat natürlich auch sein eigenes Zimmer und so haben wir alle drei unseren Rückzugsorte.

00:32:49: und wenn es allen zu viel wird dann gehen wir in die verschiedenen Räume und lassen uns einfach kurz in Ruhe.

00:32:53: Mein Sohn schafft das nicht so gut.

00:32:54: er lässt mir meistens nicht in Ruher aber zumindest wie Erwachsenen lasst uns in Ruhr.

00:32:59: Das ist schon gut.

00:33:01: Christian was würdest du?

00:33:04: Da auch noch mal sagen, wie man da einen guten Umgang finden kann?

00:33:07: oder sagst du das ist schon sehr gut geregelt?

00:33:09: Also ich finde dass es wirklich aus meiner Sicht zumindest mehr als Champions League ist.

00:33:14: Auch letztendlich die Bereitschaft.

00:33:17: Ich gehe aus einer Wohnung raus und strukturiere das neu.

00:33:20: Ich teile das aus.

00:33:21: Mir ist bewusst, dass ich ein Rückzug habe.

00:33:24: also das ist ja schon mehr als.

00:33:27: Ich habe jetzt keine Fantasie, was man eigentlich noch an Schippe drauflegen kann.

00:33:33: Was wir auch im übrigen Grad gehört haben.

00:33:36: Ich glaube mein Sohn hat das auch.

00:33:38: Eigentlich ist es keine Diagnose die erst im Erwachsenenalter kommt.

00:33:43: Es ist jetzt bei dir spät praktisch benannt worden aber es reicht ja zurück in die Kindheit.

00:33:49: Das ist etwas vermutlich was vor allem auch angeboren.

00:33:55: Wir kennen jetzt nicht das ADHS-Gen, aber wir wissen dass es eigentlich eine sehr... wie soll man sagen?

00:34:03: Was mit den Genen und dem Vererben zu tun hat.

00:34:07: Also es gibt diese Familien und ist nicht der Faktor lernender Modell.

00:34:10: Man könnte auch sagen, der Felix schaut es an dir ab.

00:34:14: Es scheint etwas was du ihm mit in die Wiege gelegt hast.

00:34:20: Ja schön!

00:34:20: Na ja also du musst mal sagen weißt du Die moderne Welt gibt's jetzt vielleicht hundert, zweihundert Jahre.

00:34:26: Aber die Natur hätte es nicht gemacht, wenn sie nicht auch an anderer Stelle viele Überlebensvorteile hätte.

00:34:33: Es ist ja ein bisschen schade, dass es halt jetzt nicht so richtig in unsere Welt passt.

00:34:38: Ja,

00:34:39: da sind

00:34:39: noch viele Menschen, die Neurodivergenz diagnostiziert bekommen haben und große Dinge geschafft haben.

00:34:45: Also ich meine sogar der Apple hier ...

00:34:48: Stopp!

00:34:48: ... ohne diese Eigenschaft hätten die Disney gepackt.

00:34:55: Ja, genau also...

00:34:56: Ich glaube das bringt auch viel mit sich.

00:34:58: Also es kann ich ja auch aus meiner Erfahrung heraus sprechen und dass bei jemanden wie gesagt, wie ich schon gesagt habe, bei mir ist es halt eben nicht so stark.

00:35:06: Und ich glaube deswegen bringt es mir oftmals hier und da die Vorteile auch mit.

00:35:11: Ja Leute, ich sag's wie es ist wir sind schon wieder am Ende der Folge.

00:35:15: aber was würdest du?

00:35:17: Noch jemanden mit auf dem Weg geben, der jetzt vielleicht gerade auch während dieser Folge sich wieder erkennt und denkt.

00:35:24: Oh da könnte was sein?

00:35:27: Was hast du dann noch für schöne Abschlussworte oder für einen Rat?

00:35:32: Ich würde einfach sagen dass man sich versucht so anzunehmen wie man selber ist und nicht immer so fehlerorientiert zu sein.

00:35:39: also das kann ich nicht, das kann mich nicht und das kann Ich krieg das jetzt gerade nicht hin.

00:35:45: Wie kann ich es hinkriegen?

00:35:46: So hab' ich versucht zu denken, damit ich irgendwie... ...nicht immer so defizitorientiert denke.

00:35:54: Weil das habe ich lange getan und mittlerweile sage ich okay, ich schaff das auf diesem Weg nicht aber ich schaffe's vielleicht auf diesen Weg und dann finde ich einen Weg wie ich meine Dinge selber organisiere Und einfach Menschen um sich scharren die einen so nehmen wie man ist.

00:36:06: Also Weil meine Partnerin zum Beispiel sind beide so, die wissen ich vergesse oft Dinge oder ich organisiere mich eben nicht so gut und dann sagen sie ja Ich weiß.

00:36:16: Ich sag's dir noch mal... Ich hab' dir gestern zwar schon gesagt, ich habe morgen Spätdienst aber ich sag es nochmal, ich hab' morgen Spähtdienst.

00:36:21: Und ich sage auch Danke!

00:36:21: Ich hab wirklich schon wieder vergessen weil ich einfach so viele andere Sachen habe.

00:36:24: also einfach Menschen, die dich nicht dafür jatschen dass du eben anders tigst als andere.

00:36:30: das war für mich sehr heilsam weil wenn man immer gejuscht wird fühlt man sich irgendwann in diese Schublade gedrückt und fühlt sich auch mit sich selber einfach nicht gut.

00:36:37: Vielen Dank.

00:36:38: Christian, hast du noch abschließende Worte?

00:36:40: Natürlich erneut sehr schön zu hören aber vielleicht nochmal eines.

00:36:46: eine Bitte keine Selbstdiagnose nicht in Google gehen und irgendwelche Tests machen und dann ist es sondern die Geduld aufbringen bis man wirklich zum kompetenten Team kommt zu jemandem den man vertrauen kann und dann gehst du das ruhig an.

00:37:02: Und mit der Medikation ist es ebenfalls.

00:37:04: Du hast jetzt natürlich das schon länger und Erfahrung, aber es ist eine Medikktion, wo's im Hintergrund jemanden braucht, der damit viel Erfahrung hat – ich selber bin Frauenarzt- und Psychotherapeut!

00:37:16: Ich würde mir das nicht zutrauen zu rezeptieren oder anzuwenden, sondern ich verweise dann eben auch auf einen Spezialisten, da brauchts einfach im Hinterground jemanden und es braucht die

00:37:27: Geduld.".

00:37:29: Und auch das BH-Vermögen, bis man jemanden findet, dass du da jemanden hast in deinem Netz.

00:37:35: Also sich das einfach schnell zu geben.

00:37:37: und zu labeln – das wäre der falsche Weg!

00:37:41: Ja, ich fasse alles noch mal zusammen was wir hier so besprochen haben.

00:37:45: Zu viel sein ist oft ein Missverständnis etwas entstehen kann sprechen wir hier nicht von einem Defizit, was der Name bei ADHS vielleicht schon gibt.

00:37:55: Sondern vielleicht ist es auch einfach.

00:37:57: meine Bereicherung das kann man auch von der Seite sehen Michael du hast es schön gesagt positiver denken kann da auf jeden Fall auch helfen und In diese Spirale bin ich früher auch oft rein gerutscht, deswegen und mittlerweile denke ich auf viel mehr positiv.

00:38:11: Und das macht das ganze Leben schon viel einfacher.

00:38:14: und abschließend muss man sagen ADS ist keine Schnellschussdiagnose sondern das Bedarf einer langen Diagnostik und braucht vor allen Dingen wirklich fachmännische Betreuung.

00:38:24: Das heißt nicht unbedingt mal eben googeln habe ich ADRS Sondern sich dann doch an den Fachmann wenden.

00:38:30: und das Leben auch mit ADRS muss und kann gar nicht so schlecht sein.

00:38:35: Struktur hilft und in diesem Sinne vielen Dank, dass du dabei warst, Meike!

00:38:41: Und für deine Offenheit, für deine Geschichte.

00:38:43: und danke Christian!

00:38:45: Danke Glas aber vor allem vielen Dank an Meike.

00:38:48: Bis zum nächsten Mal.

00:38:49: und wenn euch der Podcast gefällt und ihr denkt jo das möchte ich irgendwie unterstützen dann drückt doch die Abo Glocke oder lasst eine Bewertung gerne mit fünf Sternen da, aber so wie es euch gefällt.

00:39:02: Ganz liebe Grüße und bis zum nächsten Mal.

00:39:05: Anlaufstellen und Hilfsangebote rund um das Thema seelische Gesundheit findet ihr natürlich in den Show-Notes, wenn es euch gefallen hat dann lasst doch gerne mit der Bewertung da oder drückt die Abo Glocke, dann verpasst ihr keine Folge mehr!

00:39:36: Last Hins Feuerborn.

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