Ich war nie einfach nur laut - mit Elisa
Shownotes
Mit 15 Jahren erhielt Elisa die Diagnose ADHS und wurde zwei Jahre lang mit Ritalin behandelt. Danach galt das Thema als erledigt – schließlich dachte man damals häufig, ADHS sei eine Kinderkrankheit. Doch als Erwachsene merkte Elisa, dass etwas nicht stimmte. Sie fühlte sich ständig überfordert, zerrissen zwischen ihrem extrovertierten und ihrem introvertierten Ich. Erst während der Corona-Pandemie wurde ihr bewusst, wie sehr sie Ruhe braucht – und dass sie jahrelang permanent über ihre eigenen Grenzen gegangen war. Gemeinsam mit Lars Tönsfeuerborn und Dr. Christian Utler spricht Elisa über ADHS im Erwachsenenalter, den Verdacht auf Autismus, die Suche nach einer passenden Diagnostik und darüber, wie sie heute lernt, ihr Leben nicht mehr gegen, sondern mit sich selbst zu gestalten.
Akute Hilfe Notruf 112 – bei akuter Lebensgefahr sofort wählen. Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 (kostenfrei & anonym, rund um die Uhr erreichbar) Chat-Beratung: www.telefonseelsorge.de
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00:00:03:
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Zu viel der Mental Health Podcast.
00:00:19: Mein Name ist Lars Finns Feuerborn, ich freue mich heute zum einen meinen Co-Host Christian begrüßen zu dürfen.
00:00:26: Hallo Lars!
00:00:27: Und zum anderen unseren Gast Elisa, Elisabeth schön dass du da bist.
00:00:32: Ich freue mich sehr.
00:00:34: Wir sprechen heute über ein Thema.
00:00:35: Da haben wir schon drüber gesprochen aber ich finde Du bringst nochmal ganz andere Perspektiven zu diesem Thema mit.
00:00:43: Es geht heute noch mal um RADHS.
00:00:46: Manchmal verbringen wir Jahre damit zu glauben Wir müssen einfach nur besser funktionieren.
00:00:51: Dabei brauchen wir vielleicht gar nicht mehr Leistung Sondern mehr Verständnis für uns selbst Habe ich mir dazu notiert Und lass uns da einfach mal reingehen.
00:01:03: Du hast mit fünfzehn Jahren, vor genau fünfzehnten Jahren die Diagnose ADHS bekommen?
00:01:12: Wie hast du es als Jugendliche erlebt?
00:01:15: Ja, genau.
00:01:15: tatsächlich war's so dass ich eben mit Fünfzehn dann meine Diagnosis bekommen habe.
00:01:21: Ich war aber in der Grundschule tatsächlich schon einmal zu einer Diagnosestellung bei einem Arzt.
00:01:28: Habe die damals auch auch zusammen mit LAS und allem drum und dran.
00:01:33: Also diese Rechtschreibschwäche wurde diagnostiziert, das ist eben würde ich jetzt mal sagen um die bisschen über zwanzig Jahre her und damals wurde mir geraten diese Diagnose besser unter den Tisch fallen zu lassen weil man das ja nicht so gerne sieht im Zeugnis und dann später auch mal beim Arbeitgeber.
00:01:52: und dann war da noch sehr jung deswegen habe ich das gar nicht richtig wahrgenommen.
00:01:57: und jahre vergingen.
00:01:59: Ich habe aber gemerkt, ich tue mir immer schwerer.
00:02:01: Es gab dann auch Schulwechsel und ... Ja, ich hab Black Outs bekommen.
00:02:07: Ich konnte mich nicht konzentrieren.
00:02:09: Ich war unruhig.
00:02:11: Dann ist mir dieses Erlebnis wieder eingefallen.
00:02:14: Und ich bin zu meiner Mama.
00:02:16: Da war doch mal was?
00:02:17: Und so ja, da war mal was!
00:02:19: Dann habe ich sozusagen den Stein ins Rollen gebracht.
00:02:24: Wenn ich fünfzehn Jahre alt, jetzt verstehe ich auch irgendwie so ein bisschen worum es hier geht und ich möchte diese Diagnose jetzt nochmal machen.
00:02:31: Ich möchte da noch mal zu jemandem hingehen und habe dann nach langem hin und her, nach langem überreden diese Diagnose eben mit fünfzehnt nochmal gestellt bekommen und ab da dann eben auch das bei der Schule angegeben hab dann damals auch Ritalin bekommen.
00:02:48: So war das!
00:02:50: Welche Rolle spielt Ritaline damals für dich?
00:02:53: Also es war so, dass ich damals die Diagnose euch bekommen in der neunten Klasse kurz vorm Zwischenzeugnis.
00:02:59: Ich bin zur Realschule gegangen also zehn Jahre Schule das heißt es war im Jahr vor der Abschlussprüfung und ich hatte dem Zwischenzeugnis fünf, fünfer und eine sechs.
00:03:10: Soll vorkommen Schwambeber!
00:03:13: Und dann stand ich da natürlich und war so, okay es muss was passieren.
00:03:15: Auf K keinen Fall gehe ich ohne meine Klasse also lasse ich die in die zehnte Klasse gehen und auf Abschlussfahrt fahren.
00:03:21: das funktioniert nicht.
00:03:22: Ich muss diese Neunte schaffen und ich muss in die Zehnte und meinetwegen wiederhole ich die Zehnte aber in der neunten bleibe ich nicht sitzen.
00:03:29: Dann habe ich eben das Ritalin bekommen und dann wurde's auch wirklich besser.
00:03:33: Also schulisch gesehen.
00:03:34: Schulisch wurde es besser Meine Noten sind nach oben gegangen.
00:03:36: Ich habe es geschafft!
00:03:38: Ich bin in die sehnte klasse gekommen Mit einer Nachprüfung, Jahreszeugnis waren dann noch zwei Fünfer über die Sommerferien gelernt und dann auf einen Fünffer runter und in die Zehnte gekommen.
00:03:49: Und schulisch gesehen war das toll.
00:03:52: ich habe aber schon gemerkt um so weiter die Zeit verging Ich war nicht mehr ich also ich war ruhig gestellt Einfach nicht mehr da, wie eine leere Hülle.
00:04:05: Und ich hab dann auch Jahre später mal mit einer guten Freundin von mir gesprochen, mit der ich damals zur Schule gegangen bin und die hat gesagt das war gruselig.
00:04:12: Also es war einfach nur grusellig mich zu sehen weil meine Persönlichkeit eigentlich nicht mehr vorhanden war und ich habe's nur an Schultagen genommen an den Wochenenden nicht und in Ferien auch nicht.
00:04:24: Ich bin nachmittags nach Hause gekommen, hab nur noch geschlafen, weil sie Wirken nachgelassen hat.
00:04:28: Das heißt mein ... Meine Freizeit war eigentlich nicht mehr existent, also soziales Leben ist zur Zeit zurückgegangen.
00:04:35: Ich habe stark zugenommen und ich bin nicht sonderlich groß.
00:04:38: Zehn Kilo machen da schon ganz schön was aus gerade in so prägenden Jahren wie neuntezehnte Klasse weil halt diese ganze Alltagsbewegung weggefallen ist.
00:04:47: Als ich nach Hause gekommen hab geschlafen noch ein bisschen was für die Schule gemacht und das war mein Tag.
00:04:53: Weißt du es ist das eigene Erfahrung noch?
00:04:55: Mir hat man auch Italien verschrieben damals nachdem ich die Diagnose bekommen habe als Kind Und bei mir sind auch einige Nebenwirkungen aufgetreten.
00:05:05: Christian Ritterlin, also ich hab in Erinnerung wenn ich das jetzt einfach so grob überschlage damals, wenn wir jetzt mal an die Zeit denken wo wir junger waren?
00:05:12: Wir sind fast ein Alter.
00:05:15: Elisa und ich... Da wurde mit Ritterlein schon gut rumgeschmissen auch, ne?
00:05:19: Gerade auch bei jungen Leuten war das halt das Ding oder Christian?
00:05:23: Naja es ist viel Industrie dahinter und es ist natürlich immer ein schöner Wunsch.
00:05:30: Du hast eine komplexe Entwicklung, du bist in der Pubertät.
00:05:35: Es gibt ganz viele Themen und sozusagen ist ja unser Wunsch gern auf einen Knopf zu drücken und dann ist alles gut.
00:05:42: Dann bist du erst mal an der Schublade drin.
00:05:44: das ist relativ schade.
00:05:47: also ich glaube nicht dass man Medikament verteufeln sollte aber es ist eben ein Mosaikstein in einer ganz komplizierten Welt, der mitunter... Wir hatten auch eine Patientin hier als Gast.
00:06:05: Die hat eher sozusagen diese positive Seite sehr intensiv wahrgenommen und dann die Seiten, die bei dir sehr ausgeprägt sind eben einigermaßen handeln können.
00:06:23: Bei dir ist es sagen wir mal hat es per se de facto nicht so kompliziert.
00:06:30: Wir machen uns natürlich einfach, das ist ein Stoff und wir haben einen sehr kompliziertes Gehirn wo wir vielleicht ein paar Stoffwechselvorgänge kennen, wo wir ein paar Botenstoffe kennen und wir merken...wir wissen wie dieses Ritalin wirkt.
00:06:45: Das macht eben des was bei dir vielleicht zu wenig vorhanden ist über den Stoffwechsel, einfach über deine Genetik nämlich das Dopamin und das Neutrenalin, dass das mehr vorhanden ist.
00:06:58: Und wenn es nicht auf die ... Das Mikrogramm genau eingetuned ist, gibt es eben auch auf der anderen Seite, die du empfunden hast.
00:07:07: Also ich würde einfach mal sagen, man ... Damals war's sehr schwarz-weiß.
00:07:12: Es gibt jetzt auch viele Ärzte, die sehr schwarz weiß sind.
00:07:14: Manchmal sehen sich auch die Eltern danach.
00:07:16: irgendwie muss der Zappelfilip ruhe gestellt werden.
00:07:20: Es ist immer auch so eine Frage der Dosierung mittlerweile gibt es ein paar andere.
00:07:23: Also, es kann schon eine wichtige Komponente sein und es gibt Menschen die sehr entlastet sind damit.
00:07:32: Elisa hat jetzt gesagt, sie hat es nur in der Schule genommen am Wochenende und in den Ferien nicht.
00:07:37: Wie wirkt Ritalin?
00:07:38: Ist das eines was ein Spiegel aufbauen muss?
00:07:40: Wirkt es nur punktuell wenn man's dann einnimmt?
00:07:43: wie muss man sich das vorstellen wenn man das halt so dosiert?
00:07:46: also der spiegel ist relativ schnell aufgebaut und plutscht dann normalerweise auch wieder runter.
00:07:51: ich bin per se kein freund der Wellenbewegung in medikamenten sondern im kontinuum und einen Zustand der Unterstützung herzustellen, der eine Konstante ist.
00:08:04: Weil man ja natürlich mithilfe des Medikaments – das wäre jetzt interessant wie du dich sonst strukturiert hast mit Hilfe des Medicaments vielleicht auch leichter über Verhaltensänderungen, Strukturen, die Impulse gehen nicht so schnell auf- und ab in eine einfache Lebensbewältigung reingefriest hat gefühlt natürlich leichter, wenn du so eine Konstanz hast in deinem Gefühl und wo es nicht so zack gelickt nach auf- und abgeht.
00:08:34: Schalter an Schalter auf!
00:08:36: Also du hast das so gemacht wahrscheinlich auch deswegen weil es hört sich so an, dass du erbast in einer Hülle, du hast dich nicht gut gefühelt.
00:08:45: Du musst funktionieren und ich muss zumindest für die Schule funktionieren Und da muss ich den Schalter ja umdrehen.
00:08:52: Natürlich also per se nicht zu richtig gut
00:08:57: Man muss vielleicht auch noch mal mit dazusagen.
00:08:59: Hintergrund war auch der, dass ich eben dann auch sechzehn geworden bin.
00:09:04: Ritalin und Alkohol verträgt sich nicht sonderlich gut.
00:09:06: Ich war schon irgendwie eine ausgeprägte Jugendliche oder hatte ein ausgeprägtes Sozialleben am Wochenende.
00:09:13: Ich hatte dann auch mit einem Medikament angefangen das ich morgens-und mittags genommen habe.
00:09:18: Das haben wir sehr schnell abgeändert weil in den Nachmittag ... rein zu doll wurde.
00:09:25: Ich hab dann gewechselt auf eins, das ich nur morgens genommen habe und am Ende hat mein Arzt damals gesagt, wenn du im Wochenende mit deinen Freunden unterwegs sein willst, kannst du die Tablette halt nicht nehmen weil funktioniert halt nicht miteinander.
00:09:38: Teenager als fünfzehnjährige, ja gut dann mache ich das halt nicht.
00:09:41: Und die Aufklärung war halt auch bei Weitem nichts so da.
00:09:43: also man hat mir ein Rezept in die Hand gegeben und dann hieß es ja wäre ganz gut wenn du noch eine Verhaltenstherapie dazu machst.
00:09:49: wie gesagt ich möchte daran erinnern Ich war fünfzehnt und ein teenager und dann war ich einmal bei einer Dame die mit mir mandalas malen wollte und dann hatte sich das Thema recht schnell erledigt und ich hatte dann eben keine zusätzliche Gesprächsverhalten et cetera Therapie dazu sondern Es gab ein Medikament, das wurde eingenommen.
00:10:07: Es wurde mir gesagt ja mach das nach Gefühl und dann wurde das halt so gemacht.
00:10:11: Das ist schon spannend wie denn da mal?
00:10:13: also es gibt große Unterschiede zu heute oder?
00:10:15: Gibt Gott sei Dank hoffentlich an vielen Stellen Unterschiede weil wir müssen erstmal sagen in unserer Welt ist die Art und Weise wie du wahrnimmst wie du denkst häufig nicht mehr so angebracht.
00:10:29: Das wäre vielleicht in anderen Zeitperioden, an den Geschichtsperiten.
00:10:33: Wäre das super gewesen?
00:10:35: Da hat man gesagt, bloß nicht irgendwie verändern, bloßen nicht... Aber die Welt ist jetzt eine Herausforderung, wo du dich irgendwie durchtanken musst und da ist heute ein Medikament vielleicht die Spitze des Eisbergs.
00:10:49: aber eben wie du sagst invest mindestens einen Jahr.
00:10:54: Verhaltenstherapie, Begleitung, Gruppe, Struktur.
00:10:57: Wie kann ich das trainieren?
00:10:59: Genauso wie du vielleicht eine Sportart oder die Muskeln aufbaust.
00:11:03: Da kannst du auch nicht einfach sagen ja gut nimm das und dann ist es da sondern du brauchst Training, Du brauchst Begleitungen, Du brauchtst Feedback Und eigentlich übersetztes ist das gleiche.
00:11:14: Du musst die muskeln aufbauen Ja Oder muskeln verändern Die Haltung verändern und das ist Übung, Übung Kann die Schmerzablette auf der anderen Seite, wenn du Rückenschmerzen hast auch nicht lösen sondern musst jetzt durchs ganze Leben gehen.
00:11:27: Hat Impact auf das ganze Leben und du nix... Du hast gesagt so wie ich es verstanden habe glaube ich auch dann ja irgendwie erfahren über die Jahre in deinem Leben.
00:11:39: Wir hatten vor einiger Zeit jetzt auch schon einen Gast der beschrieben hat dass ihm damals gesagt wurde Ja Adia ist ... ist eine Kinderkrankheit.
00:11:49: Genau!
00:11:50: Das war ja bei dir auch der Fall.
00:11:51: Richtig.
00:11:53: Erzähl mal, also wie war da letztendlich... ...der Umgang das du gedacht hast?
00:11:58: Okay Adia es könnte ich sage mal jetzt achtzehn, neunzehnt keine Rolle mehr spielen.
00:12:02: Genau, ich habe dann eben wie gesagt erfolgreich die zehnte Klasse abgeschlossen.
00:12:06: Ich musste auch nicht nochmal wiederholen.
00:12:08: Das hat dann alles geklappt.
00:12:09: mit dem Abschließende der zehnten Klasse habe ich meine letzte Tablette genommen und dann war's das.
00:12:14: Chloruntergespült sozusagen.
00:12:18: Ich hab dann erst mal eine Ausbildung angefangen, die habe ich abgebrochen.
00:12:20: Das hat jetzt nichts damit zu tun ... das hat mir einfach nicht gefallen und hab beschlossen mein Abitur nachzuholen.
00:12:26: Für mich war aber ganz klar, ich möchte meinen Abiturt ohne Medikamente machen.
00:12:31: Bin dann auf ne Schule gegangen, die mich da mit kleinen Klassen und ansprechbaren Lehrern unterstützt hat.
00:12:40: Und genau, hab damals ... Pädagogepsychologie im Hauptfach gewählt und habe halt gemerkt, in diesen zwei Jahren so auswendig lernen schwierige Geschichte.
00:12:54: Und hab mich dann mal eben irgendwie mich und meine Familie in Anführungsstrichen tiefentherapiert indem ich einfach alles was wir an der Schule gelernt haben irgendwie versucht habe auf mich und mein Umfeld anzuwenden.
00:13:07: Und genau, dann wurde ich irgendwann achtzehn und irgendwie ging es mir nicht besser.
00:13:11: Dann hatte ich diese Diagnosenkataloge und hab mir das alles durchgelesen und habe die Symptome durchgelsen und war so ja okay, jetzt bin erwachsen, das ADHS kann's nicht mehr sein aber es ist ja ganz offensichtlich dass ich in mir immer noch merke irgendwas stimmt da noch nicht so ganz.
00:13:27: und dann habe ich mir diese Kataloge durchgelessen und diese Diagnose und diese Symptom und bin fast durchgedreht weil ich dachte um Gottes Willen Was kommt da jetzt auf mich zu?
00:13:38: Und es ging dann ein paar Jahre so, ich hab mein Abitur dann geschafft.
00:13:41: Ohne Medikamente bin dann Reisen gegangen und irgendwann... Es gab dann so zwei drei vier Jahre wo ich wirklich nicht wusste was ist eigentlich gerade Sache waren aber auch Jahre in denen ich wie gesagt reisen war eher nebenbei gearbeitet habe also wo ich jetzt keinen Alltag hatte indem ich super krass funktionieren musste.
00:14:00: deswegen war's auch so ein bisschen zu ja kümmere ich mich später drum so ein bisschen.
00:14:06: Und irgendwann habe ich dann mein Studium angefangen und habe zu der Zeit eine Podcast-Folge gehört, wo es um ADHS bei Erwachsenen ging.
00:14:12: Ich hab diese Podcast-Volge angehört und war so ... Ach ja klar!
00:14:16: Natürlich, der war ja mal was.
00:14:19: Und dann war ich so naja okay gut also ich habe jetzt nicht irgendwie sonstige weiß ich nicht was Diagnosen sondern es bleibt beim Alten.
00:14:28: diese Krankheit ist nicht mit meinem achtzenden Geburtstag hat die sich in Luft aufgelöst sondern die ist immer noch da.
00:14:34: Krankheit mag ich eigentlich nicht.
00:14:36: das Wort jetzt ist mir rausgerutscht aber genau ist es immer noch dar.
00:14:39: und dann begann eine lange Reise ... für mich, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und habe dann einfach ganz viel... ... recherchiert, Podcasts gehört.
00:14:50: Creator auch konsumiert die eben über das Thema ADH ist im Erwachsenenalter sprechen.
00:14:56: Und hab mich da dann wiedergefunden.
00:14:59: Also vielleicht wenn ich da zwei Sachen sagen darf oder eigentlich drei.
00:15:03: erstens würde ich mich outen?
00:15:05: Mich hat es mal mit drei, sechs und zwei fünf in der Zehnten durchgehauen.
00:15:10: Und ich habe auch eine Ausbildung abgebrochen weil ich dann die Schule abgebrochene hab.
00:15:14: Bei mir hatte ich keine Diagnose.
00:15:17: ADHS Ich glaube ich habe aber auch keines.
00:15:19: Aber es gibt auch andere Umstände das sozusagen sich schwer zu tun.
00:15:24: ADHS im Erwachsenalter ist In meinen Augen per se nen Unsinn, weil es ist halt eine Diagnosie nicht diagnostiziert worden ist oder weggeschoben ist im Kindesalter.
00:15:36: Wir wissen sehr gut Es ist in unseren Genen dann und in dem Kontext Umweltkontext indem wir groß werden gerade dann Schule still sitzen zu hören Nicht gut angeleitet werden.
00:15:50: Zu wenig Struktur zu wenig Organe der Klasse so viele Eindrücke da schlägt das Symptom mehr durch, wie dann in einer Lebensphase wo du letztendlich mehr Freiheit hattest und nicht sozusagen diesen äußeren Anforderungen so dich stellen musstest.
00:16:09: Dann ist es eben weniger und wenn's wieder wer wird kommt das mehr durch.
00:16:13: Das zweite ich wäre genauso bei dir das nicht als Krankheit zu beschreiben.
00:16:18: wir hatten auch gesagt Ich bin auch nicht ein Freund von dem Defizit sondern es ist ein Aufmerksamkeitsvarianten-Syndrom, wenn überhaupt.
00:16:28: Es ist eine andere Art von Aufmerksamkeit wahrzunehmen und vielleicht da...es gibt ja zum einen die Ablenkung, die zerstreuen, das Schwer konzentrieren.
00:16:37: wie ist es bei dir?
00:16:38: Mit dem Mann mal gibt's auch Themen wo du tief eintauchen kannst, wo du sagen kannst, du bist auch ...wenn du mal ein Thema gefasst hast, bestimmte Dange dann bist vielleicht auch irgendwie so im Tunnel Du bist eigentlich auch schwer abzulenken und hast eine tiefe Aufmerksamkeit.
00:16:53: Gibt es denn diese Seite auch bei dir?
00:16:55: Hyperfokus auf jeden Fall.
00:16:56: Hyperfocus hast du auch.
00:16:59: Ja, das ist ja auch ne Schoß!
00:17:01: Definitiv, sehe ich auch ganz genau so... Also deswegen habe ich auch gerade gesagt mir ist das Wort rausgerutscht Ich sehe dass selber nicht als Krankheit, ich nehme es nicht als krankheit wahr.
00:17:10: Ich nehme mich nicht als krank war Und ganz genau, wie du sagst.
00:17:13: Ich denke auch also inzwischen, wie gesagt das ist jetzt fast, weil sie nicht sieben acht Jahre her, dass ich diese Podcastfolge gehört habe.
00:17:19: Ich hab mich sehr viel damit beschäftigt mit dieser Thematik und ich glaube halt auch dadurch, dass die Welt immer schneller wird und wir immer mehr Eindrücke haben, wir immermehr Reize haben, dass natürlich dann auch viel mehr gefordert wird, diese Variationen, wie Du es gerade schön gesagt hast.
00:17:36: Und ich hab mich dann auch mit der Thematika befasst... dass es ja eben, wie du auch gesagt hast in den Genen oftmals in der Familie weitergegeben wird.
00:17:46: Hab mich viel mit meiner Mama unterhalten und wir haben dann nochmal so zurückgeguckt, wie war denn meine Oma eigentlich die leider nicht mehr lebt?
00:17:52: Und bin sehr dankbar!
00:17:55: Ich bin sehr glücklich, dass meine Mama sowohl meine Mama als auch mein Papa diesem Thema sehr offen gegenüberstehen inzwischen und sich selber an die Nase fassen sag ich jetzt mal.
00:18:03: Meine Mama und ich sitzen dann manchmal da und gucken, achja guck, da ist bei der Oma durchgekommen Bei der Mama vielleicht wieder durch.
00:18:11: Und der Fakt ist halt einfach, meine Oma hat in einer Zeit gelebt, in der es sehr viel weniger Reize von außen gab die dieses ADHS hätten fördern können.
00:18:23: Definitiv!
00:18:24: Wir sind hier in einer ganz anderen Zeit jetzt also und wir haben ja einen Dauertrigger.
00:18:29: Also es wird ja ganz viel getriggert sei es durch Social Media.
00:18:32: Es sind ja alles so Punkte das da sind ja so viele Reize die auf uns einprassen.
00:18:38: Das kennen.
00:18:39: Ich würde noch sagen, ich kenne noch reizärmere Zeiten.
00:18:43: Weil ich noch die Zeiten ohne viel Internet, ohne Social Media
00:18:46: kenne.".
00:18:47: Ja...
00:18:47: Hast du denn auch letztendlich so Fähigkeiten ein bisschen erworben, dass dich auch ein bisschen von den Reizen abschirmst sozusagen als Maßnahme?
00:18:57: Dass du mit deiner Art besser zurechtkommen kannst?
00:19:03: Ich gehe einfach.
00:19:04: Das ist schon mal richtig ruhig?
00:19:06: Also wenn ich merke, es wird zu viel.
00:19:09: also jetzt gerade wenn ich irgendwie in sozialen Situationen bin, wenn ich abends weiß ich nicht mich mit Freunden unterwegs bin innerbar oder auf einer Veranstaltung Jetzt war am Wochenende war CSD.
00:19:20: Also solche Geschichten Wenn ich merken ist das zuviel dann wirklich auf der Hacke.
00:19:24: Ich sage Leute bis hierhin und nicht weiter ich drehe mich um und gehe nach Hause Und das ist glaube ich etwas, was ich gerade über die letzten Jahre einfach... Ich merke es wird zu viel und ich entnehme mich der Situation.
00:19:35: Also jetzt grade wenn so diese Reizüberflutung von außen kommt.
00:19:39: Jetzt am Wochenende, wo's so heiß war, war ich mit einer Freundin unterwegs und ich habe auch gemerkt okay, diese Hitze, ich bin so überstimuliert von dieser Hitze und ich hab sie dann angeschaut und hab gesagt ich weiß wir sind eigentlich noch den ganzen Nachmittag verabredet aber Ich muss jetzt gehen.
00:19:51: Und dann können wir sagen, diese Nein-Sage-Kompetenz die kann dir kein Medikament geben und kein Italien, sondern dieses ist wahrscheinlich sehr harte Arbeit gewesen dass du dir das aufbaust
00:20:02: ja und dann halt auch so Sachen wie weiß ich nicht Ohrstöpsel rein wenn es laut ist neues Känzel.
00:20:08: also ich gehe ohne Neues Känsel in Kopfhörer nicht aus dem Haus.
00:20:11: Das merke ich mittlerweile auch, dass ich das sehr oft mache.
00:20:14: Gestern auch wieder Zugfahrt war eh eine Fahrt aus der Hölle weil wieder alles schief gelaufen ist.
00:20:20: und dann fängt es an... Erst mal fangen die Leute an rum zum Rosan.
00:20:23: Es wird immer schlimmer.
00:20:24: Dann beschweren sich alle.
00:20:25: Dann fängt das Kind an zu schreien nebenan.
00:20:28: Ich merke selber jetzt für mich eine ganz.
00:20:32: Ich bin da nicht so getriggert dann, weil das bei mir auch nicht so ausgeprägt ist.
00:20:35: Aber ich merke trotzdem wie anstrengend alles für mich wird.
00:20:38: und deswegen Noisecanceling-Korbführer sind wirklich eine sehr gute Erfindung.
00:20:42: Die kann man sehr gut nutzen um eben in Ruhepol in lautesten Situationen zu filmen.
00:20:48: Ja!
00:20:48: Ich habe immer ne Sonnenbrille dabei.
00:20:50: Also ich hab jetzt hier heute eine mit abdunkelndem Gläser.
00:20:53: Ich habe immer ne Brille, weil ich auch merke dass ich einfach... Wenn's
00:20:55: zu hell wird?
00:20:56: ...wenns zu
00:20:56: hell wir das ganz anstrengend und halt auch die Möglichkeit sich verstecken zu können.
00:21:00: oder nem Cap.
00:21:01: Also ich habe immer irgendwie ne Kapuze, ne Cap, ne Sonnenbrille.
00:21:04: also ich hab immer irgendwas dabei wo mich so ein bisschen in den Kokon packen kann und mich so'n bisschen rausziehen kann.
00:21:12: Ja wer geht richtig?
00:21:13: Also es geht wenn mich jemand sehen könnte.
00:21:15: Wer geht richtig des Herz auf, wenn nicht der Fund ja so höher?
00:21:21: Also, das ist wie du dir das so aufgebaut hast und eben dann so dich managen kannst.
00:21:27: Danke schön!
00:21:28: Das beeindruckt mich.
00:21:29: Du hast ja auch schon vorher mal beschrieben... Man könnte wieso zwei Welten in dir beschreiben?
00:21:39: Du bist in einem ständigen Konflikt, hast du mir erzählt zwischen deinem introvertierten und deinem extrovertierten.
00:21:45: Ich
00:21:46: Genau, das ist auch eine ganz spannende Geschichte.
00:21:49: Ich glaube es kommt daher dass ich zum einen mich... Wenn ich in ein Raum komme der mir unbekannt ist habe ich immer das Gefühl ich war beim Spiel regeln erklär'n hab ich nicht zugehört.
00:22:04: Also immer wenn ich in neue Szenarien komme ich das Gefühl alle wissen Bescheid wie's funktioniert Nur ich nicht.
00:22:09: und dann kommt diese Unsicherheit Und dann kommt eben dieses introvertierte.
00:22:12: ich werde sehr leise Das mag man jetzt gerade nicht glauben Man hört nicht fast nicht mehr.
00:22:17: Ich rede dann so, hallo, Entschuldigung?
00:22:21: Und das zieht sich eben schon durch mein ganzes Leben.
00:22:25: und ich habe aber auf der anderen Seite bin ich glücklicherweise mit Menschen aufgewachsen die mir beigebracht haben dass ich alles sein darf und dass ich Alles werden kann und was nach oben eigentlich alles offen ist.
00:22:37: und das heißt ich hab zum einen beigebracht bekommen von Menschen, die mich lieben.
00:22:42: Die mir nahestehen, dass ich laut sein darf.
00:22:45: Ich bin dafür, dass sich noch in den Neunzigern geboren wurde mit einem Papa aufgewachsen der zwei sehr strage Frauen erzogen hat.
00:22:52: also es glaube ich gerade hier im Süden von Deutschland sage ich jetzt mal auch gar nicht so unbedingt das Normalste gewesen.
00:22:59: da bin ich schon teilweise auch angeeckt und mein Papa hat mir immer gesagt ich darf laut sein ich darf den Raum einnehmen und ich gehör da genauso hin wie jeder andere auch.
00:23:09: Und das ist eben so diese Diskrepanz.
00:23:10: Auf der einen Seite habe ich gelernt und das kommen wir dann auch zum Thema Masking ein bisschen, es gibt diese extrovertierte Elisa und die ist da und die funktioniert auch hervorragend gut aber die fühle ich nach innen eigentlich gar nicht so sehr.
00:23:26: also nach innan bin ich immer so eigentlich hab ich überhaupt keine ahnung was hier gerade abgeht wie ich mich verhalten soll was ich sagen soll Wie bin ich nicht komisch?
00:23:38: Hoffentlich merkt keiner, dass ich eigentlich keine Ahnung hab was ja gerade Sache ist.
00:23:41: Und nach außen hin weiß ich aber ich darf laut sein und ich darf irgendwie einfordern und jeder hat irgendwie gleich viel zu sagen hier.
00:23:51: Ja.
00:23:52: Das ist eben so dieser dieses Schauspiel das sich mit mir selber führe so'n bisschen.
00:23:57: Ist es normal beim Thema ADHS, dass die Leute dann scheinbar widersprüchliche Bedürfnisse auch haben?
00:24:04: Ich glaube, sagen wir mal das ist die Gefahr unserer Schubladen.
00:24:08: Wo wir sehr drüber geredet haben was es alles ADHS.
00:24:13: also wenn ich mir jetzt ganz klassisch mir das von der Schublade anschauen würde wäre das eher dieses sich introvertiert sein Schüchtern.
00:24:27: wer bin ich eigentlich?
00:24:28: Was ist da eigentlich los?
00:24:29: Was nehme ich denn eigentlich so wahr?
00:24:32: Eher eine keine so eine richtige klassische Facette des klassischen ADHS, weil es ja da mehr darum geht wie kann ich fokussieren?
00:24:41: Wie kann ich mich sortieren aber eigentlich das was sich wahrnehmen.
00:24:44: Das nehme ich schon so wahr wie ich es eigentlich wahrnehme und da ist nicht dieser Unsicherheitsfaktor.
00:24:49: dann würde ich einfach mal sagen bei dir Elisa wird's noch ein sozusagen plus Symptom geben noch ne andere Seite Wo du aber, du hast ja selber sogar den Begriff genommen des Maskieren.
00:25:04: Wo du über eigentlich eine Ressource dafür, wie komme ich zurecht im Alltag?
00:25:10: Wo du eine starke Erziehung hattest und das dann nicht so durchschlägt.
00:25:15: Aber interessanterweise trotz der Beziehung dich in diesen Situationen nicht so sehr authentisch fühlst sondern eigentlich sagst wer bin ich denn eigentlich, das passt nicht.
00:25:27: Und warum passt es nicht?
00:25:29: Weil vermutlich auch einfach mehr oder weniger angeboren die Informationsverarbeitung, was nämlich für Informationen war.
00:25:39: Wie kommt das in meinen Gefühls?
00:25:40: erleben bei dir einen anderen Fluss hat wie so der klassische Fluss?
00:25:46: Oder müssen wir jetzt natürlich gut überarbeiten weil ich wäre jetzt wahrscheinlich mehr im klassischen Fluss.
00:25:51: Wie übersetzt du denn eigentlich deine Gefühle?
00:25:54: Was nimmst du denn da eigentlich wahr?
00:25:56: Also, wie nimmst du die Informationen wahr und wie machst du aus deinen Informationen Gefühle?
00:26:01: Und wann gibt's vielleicht auch Situationen wo es passt, wo ich dann doch ich selber bin.
00:26:05: Und nicht ein anderer.
00:26:06: Red'n bisschen wirr eigentlich nicht typisch ADHS wenn wir von den Schublaten drängen sondern ADHS plus noch andere Varianten versetten.
00:26:15: Da kommen wir mal zu einer anderen Variante und Facette die noch rein spielt.
00:26:19: Du hast mir erzählt vor einigen Jahren hast du im Podcast über ADHS und Autismus gehört Was hat das bei dir ausgelöst?
00:26:26: Genau.
00:26:28: Was hat es von mir aus gelöst, dass ich mir gedacht habe... Ja krass!
00:26:33: Da ist
00:26:34: noch
00:26:36: was.
00:26:37: Es gibt einige sowohl internationale als auch hier in Deutschland Creator gerade Frauen in meinem Alter die eben über diese Doppeldiagnose sprechen Autismus und ADHS.
00:26:48: Und es muss so.
00:26:49: in der Zeit gewesen sein wo Corona angefangen hat fand ich das ziemlich geil, weil zum einen wurde es plötzlich ruhig.
00:26:59: Man hat nicht mehr ständig überall sein müssen und zum anderen gab es ganz klare Regeln.
00:27:04: Es war ganz klar geregelt was darf Ich?
00:27:07: Was darf ich nicht?
00:27:08: was darfst du oder Du?
00:27:11: Und was darfs du da du nicht?
00:27:12: und eigentlich war dass für alle ziemlich das gleiche.
00:27:15: und ich habe mich selber Eigentlich als Jugendliche oder auch in meinen Anfang zwanzigeren eher als Regelbrecherin erlebt, sag ich jetzt mal.
00:27:26: Wahrscheinlich war das aber auch ein bisschen so'n Zugehörigkeitsgefühl cool sein wollen, dazugehören.
00:27:32: und dann kam eben Corona und es kamen diese allgemeinen Regeln.
00:27:35: Ich weiß jetzt, was ich davon weiß nicht.
00:27:42: Da bin ich in den Raum reinkommen!
00:27:43: Ich muss Abstand halten und eine Maske anziehen.
00:27:48: Du musst im Supermarktabstand zu mir halten.
00:27:50: Wie geil ist das denn bitte eigentlich?
00:27:55: Es war ganz viel Raum auf einmal da.
00:27:58: Und es war so ganz klar... Was darf man?
00:28:02: Und fast darf man nicht.
00:28:03: Ich fand es toll, ich fand ... In mir ist plötzlich so ein ... Es ist wie wenn man sich in so einen bequemen Sessel sitzt.
00:28:10: Oh!
00:28:11: Okay.
00:28:12: Durchatmen.
00:28:13: Cool.
00:28:14: So nach ... Weiß ich nicht.
00:28:16: Vierundzwanzig Jahren war ich endlich mal so ... Schön okay.
00:28:19: Ich weiß was ich zu tun
00:28:24: habe.
00:28:24: Du beschreibst das jetzt so plastisch von innen raus und es ist letztendlich genauso wie gute Lehrbücher das beschreiben, nämlich dass diese Facette – brechen wir jetzt von Autismus sagen wir auch da – es ist eine Variante.
00:28:43: Es ist eine Spielart die manche Menschen ausgeprägt haben, manche Mittel und manche wenig.
00:28:48: aber es ist ein Spielart der sich vor allem zeigt im sozialen Kontext.
00:28:53: gerade wenn der soziale Kontext sehr viel ist dann kann ich das alles gar nicht so richtig Verarbeiten, das schlägt so durch.
00:29:01: Ich wäre unsicher und dann ist natürlich super wenn ich ganz genaue Regeln habe.
00:29:07: Wenn ich Abstand hab Distanz Dann kann ich mich da natürlich.
00:29:10: Das ist auch natürlich auch sagen wir mal so Kann ich es auflösen?
00:29:14: Das ist das Bedürfnis Und das spürst du ganz genau und dann geht's dir besser.
00:29:19: Ja oder war es natürlich eine geile Zeit eigentlich
00:29:22: Christian, was ist denn der Unterschied zwischen ARDS und Autismus?
00:29:27: Erklärungsautismus mal einmal kurz.
00:29:29: Also ich hatte vorhin schon gesagt also im Vordergrund des ARDS ist es eher so ein Aufmerksamkeits-Steuerungsthema ist die Reize die kommen kann nicht sozusagen standardmäßig statistisch normal schon wahrnehmen.
00:29:45: aber die vielen Reize kann ich sozusagen nicht gut steuern.
00:29:49: und dann sind so klassische Themen eben.
00:29:51: Ich spring von den Themen, das überfordert mich.
00:29:53: Dann wäre ich impulsiv oder ... Das hast du auch?
00:29:57: Toll!
00:29:58: Ich kann auch sehr tief reinfokussieren.
00:30:01: Steuerung bei Autismus ist es nicht die Steuerung sondern das ist die Art und Weise wie die Reize in uns hineinkommen und verarbeitet werden und dann sozusagen die Gefühle in eine oder andere Richtung verändern.
00:30:18: und insbesondere schlägt sehr durch Wie ich vorhin gesagt habe, so in diesen sozialen Themen.
00:30:25: Ich hab auch dann weil ich da nicht genau weiß soll ich mehr mich links rum verhalten oder rechtsrum brauche ich gerne.
00:30:30: auch suche ich nach Detailsicherheiten zu die Frage, ob das bei dir auch so ein bisschen ist.
00:30:36: Ich muss schon irgendwie sagen, wissen wenn ich jetzt mich so und so verhalte was würde dem passieren?
00:30:41: Kann ich den anderen einschätzen?
00:30:43: Regeln dann weiß ich sicher!
00:30:46: Die Einschätzung ist programmiert da gibt es keinen links und nach kein rechts und über alles nicht zu viele Veränderungen.
00:30:54: Viele Veränderung kosten extremst Energie.
00:30:57: Ich habe lieber sozusagen meine Muster, meine Routine.
00:31:01: Warum?
00:31:01: Weil das Einsteuern der Informationen über einfach eine andere Konnotierung hat einen anderen Spin in uns drin und eine andere Gefühlswelt macht.
00:31:11: Ist es ein bisschen nachvollziehbar oder passt es eigentlich auch so zu deiner Wahrnehmung Elisa?
00:31:16: Sehr!
00:31:19: Wie bist du oft auf die Vermutung gekommen, dass es zusätzlich Autismus sein kann?
00:31:23: Also du hattest über die Creator gesagt.
00:31:25: Aber was ist bei dir so, dass du sagst ja ich glaube das ist es.
00:31:28: Weil man muss dazu sagen, du bist auf der Suche nach der Diagnostik.
00:31:32: Genau genau also ich bin gerade noch auf der suche nach einem Platz um diese Diagnose durchzuführen und Ich kann dir die Frage jetzt ganz genau ehrlich gesagt nicht beantworten.
00:31:42: Also wie gesagt seit meinem Fachabitur damals beschäftige ich mich sowieso mit diesen Thematiken.
00:31:47: Ich finde den Forschungsstand auch einfach super spannend, dass ich gucke auch immer wieder so okay was gibt es irgendwie Neues sowohl jetzt in den Therapien als auch mit Medikamenten wie auch immer und Es ist auch alles ein bisschen verschwommen.
00:31:59: Ich glaube bei uns allen sind die Corona Jahre so ein bisschen verschwommen.
00:32:02: Es war ein Prozess.
00:32:04: also ich habe dann einfach viele Informationen konsumiert.
00:32:08: Ich hab viel in mich reingehört.
00:32:10: Ich habe dann auch letztes Jahr vor zwei Jahren jetzt ungefähr ging es mir mental gar nicht gut.
00:32:16: Also da bin ich eigentlich in mir zusammengebrochen, habe dann meiner damaligen Therapeutin die ich leider nur noch online wahrnehmen konnte weil ich zu dem Zeitpunkt gerade von Berlin nach München umgezogen bin und mit meiner jetzigen Beraterin viel gesprochen und erst war eben die Vermutung dass das ein Burnout ist Wissenstand oder Vermutungsstand sage ich jetzt mal.
00:32:38: Denken wir eher, dass es eben sich autistischen Burnout gehandelt hat weil ich war einfach... Ich konnte nicht mehr also und das war auch nicht wie eine Depression, dass man dann irgendwie nur zu Hause liegt sondern ich habe tagsüber dann zum Teil auch funktioniert aber ich war so übersteuert mein Nervensystem ist nur noch auf also nur noch überladen und ja es war ein Prozess.
00:33:04: Also ich kann es dir ganz genau nicht beantworten, dass einfach viel passiert und darüber wurde gesprochen.
00:33:10: Und da ist dann diese Vermutung rausgekommen.
00:33:14: Ja du arbeitest ja auch an dir also du machst jetzt keine klassische Therapie aktuell?
00:33:18: Du machst gerade eine systemische Beratung oder kannst vielleicht auch mal kurz was zu sagen und wie die dir auch hilft heute Ruhe und Aktivität besser auszubalancieren.
00:33:27: Genau!
00:33:28: Ich habe eben längere Zeit Normaltherapie gemacht also Verhaltenstherapies Gesprächstherapien und habe mich jetzt aber dazu entschieden, eben eine systemische Beratung zu machen.
00:33:37: Weil ich einfach das Gefühl hatte okay, ich bin jetzt mit der Verhaltens- und Gesprächstherapie.
00:33:40: Ich hab da irgendwie so ein Ende für mich erreicht.
00:33:42: Und ne sehr gute Freundin von mir ist selber auch Systemische Beraterin.
00:33:47: Ich habe mich dann viel mit ihr unterhalten und hat sie mir gesagt ... So ja wäre das denn nicht vielleicht was?
00:33:52: Und hat mich dann eben an jemanden... ... verwiesen, weil ich das natürlich nicht bei meiner Freundin den Anspruch genommen habe.
00:33:58: Und da bin ich jetzt seit gutem Jahr.
00:34:02: in unregelmäßigen Abständen muss man auch dazu sagen... ...weils einfach von der Arbeit her auch nicht immer so gut funktioniert und es ist halt ein ganzheitlicher Ansatz und wir gehen da halt weniger, also es geht halt weniger darum, dass wieso zu finden, sondern das wieso haben wir eigentlich schon.
00:34:21: Also warum fühle ich mich so wie es ist dazu gekommen und es geht sehr viel mehr darum wie kann ich das wirklich auch ändern?
00:34:31: Aber halt eben nicht... Ich weiß nicht wie ich das erklären soll!
00:34:35: Es ist irgendwie näher bei mir.
00:34:36: also ich gehe dann zum Beispiel, es gibt dann auch Reisen, dass ich sage okay ich geh jetzt bewusst in mein Kinderzimmer zurück und nehme einfach mal ein Arm oder sag irgendwie dem ... dem Kind, das in der Schule gemobbt wurde.
00:34:47: Weil es anders ist sage ich einfach mal hey du bist gut so wie du bist und... Also es geht irgendwie mehr darum meinen Wert wieder aufzubauen.
00:34:58: Und das ist ja auch so ein ganz spannendes Thema.
00:34:59: Ich bin immer der Meinung die anderen haben recht.
00:35:03: So ein bisschen also wenn ich einen vermeintlichen Fehler mache dann denke ich immer so jaja ich muss den Fehler gemacht haben.
00:35:09: Es kommt gar nicht auf Ich komme gar nicht auf die Idee, oder jetzt gehen wir mal weg von Fehler.
00:35:12: Aber ich komme gar nie auf die idee, dass das so wie ich das mache eine Wertigkeit hat und das lerne ich da gerade.
00:35:21: Ist systemische Beratung ein guter Ansatz auch?
00:35:24: Wenn wir noch einmal über die Facetten nicht selbst Organisationen gehen sondern eher über das Teil... Unsicherheiten, wie erlebe ich mich?
00:35:32: sozialer Kontext?
00:35:34: Wo brauche ich Orientierung?
00:35:36: Das ist natürlich systemisch.
00:35:38: Jetzt eine schöne nächste Ausbaustufe die gefühlt für mich gut passen könnte und eben dann natürlich auch einzelt gerade auf das Wie kann ich mich selber akzeptieren?
00:35:49: Wie kann Ich mich selber wertig fühlen?
00:35:51: Wie Kann ich in meinem Wert in Beziehung gehen, wo ich mich ja dann wieder weniger wertig fühle und wenn ich da sozusagen eine neue Routine oder mich da routiniere ist es natürlich jetzt.
00:36:03: also du beschreibst der Du profitierst davon.
00:36:06: Und wer halt hat recht und du profitierest davon passt gut vielleicht noch mal so ein.
00:36:12: ist nur zum Verständnis.
00:36:14: das ganze liegt heute auch Wenn wir mal unsere ganze Neuroverarbeitung anguckt, diese Zentren liegen ja auch nah beieinander und diese Botenstoffe die wir so kennen und die wir haben zahlen eben sowohl auf das eine als auch auf das andere ein.
00:36:31: Und wenn man sehr feinfühlig ist und sozusagen fortgeschritten ist und differenziert ist es nicht ungewöhnlich dass beide Facetten zusammenkommen und miteinander auftreten.
00:36:46: In dem einen schon sehr geschult bist.
00:36:48: Dein Training hast, Steuerung kommst du natürlich jetzt auch leicht denn die spüren auch von noch weiteren Komponenten.
00:36:56: Jetzt sind wir also.
00:36:57: das ist krass.
00:36:58: Wir sind nämlich schon wieder kurz vom Ende der Folge.
00:37:00: Die Zeit fliegt mal wieder.
00:37:02: Zähl uns doch noch was bedeutet Lebensqualität heute für dich und Was möchtest Du vor allen Dingen auch Menschen sagen die sich jetzt vielleicht gerade in deiner Geschichte wieder erkennen?
00:37:12: Lebensqualität für mich Heute bedeutet mich gezielt in Situationen zu begeben, mich mit Menschen umzugeben bei denen ich sein darf.
00:37:22: Bei denen ich nicht das Gefühl habe, mesken zu müssen cool sein zu müssen jemand zu sein von dem die Gesellschaft glaubt dass er so sein soll.
00:37:30: also ich hab lange gebraucht um zu verstehen warum ich mich wie mit menschen umgebe und da habe ich jetzt inzwischen einem ganz tollen ... inzwischen deutlich kleineren Kreis, bei dem ich aber einfach... ...ich sein darf.
00:37:46: Wo ich dann auch einfach merke, wenn ich nach Hause komme,... ...ich bin Energie geladen und habe nicht Energie verloren.
00:37:51: Das war früher leider sehr auf der Fall.
00:37:55: Und ja, einfach... Ich merke das gerade so die letzten ein zwei Jahre.
00:38:00: umso mehr.
00:38:01: Ich verstehe wie mein Kopf funktioniert.
00:38:04: Umso besser kann ich meinen Werkzeugkasten aufbauen.
00:38:07: Und umso weniger bin ich übersteuert und mein Nervensystem ist inzwischen... Fast ruhig und ausgeglichen, fast.
00:38:18: Aber ich weiß wie ich es eben auch nach unten bekomme und einfach dieses Wissen zu haben und da reagieren zu können, nein sagen zu können ging zu können ohne dass ich mich das ich mir denke oh Gott was mögen die anderen jetzt wohl denken?
00:38:31: wenn ich früher von der Partie gehe ist mir inzwischen alles egal und das ist mir im Endeffekt Dass es mir egal ist, was andere darüber denken.
00:38:41: Was ich dafür tue dass es mir gut geht.
00:38:43: Das ist meine Lebensqualität.
00:38:45: Ist das nicht das schönste wenn's einem egal ist was andere denken?
00:38:48: Da ist das Leben schon um einiges einfacher.
00:38:51: Christian hast du noch irgendwas zum Abschluss für Menschen da draußen die sich vielleicht hier gerade wieder erkennen?
00:38:56: Ich glaube das ist jetzt so schön ausgedrückt ist was Lebensqualitäts sein kann und um was es geht dass wir es nur dass ich es nur zerreden könnte also Zum zweiten mal oder zum wiederholten Mal heute geht mir sehr das Herz auf.
00:39:12: vielen Dank.
00:39:13: Das ist finde ich immer sehr schön wenn dir das herz aufgeht christian.
00:39:16: ja letztendlich bleibt einfach zu sagen adrs endet natürlich nicht mit der kindheit.
00:39:20: das habe ich schonmal gesagt.
00:39:22: neurodivergents bedeutet nicht falsch zu sein bedeutet auch nicht krank zu sein.
00:39:26: Das ist auch ein ganz klarer Punkt.
00:39:28: Manchmal braucht es eben Jahre, um sich selbst zu verstehen und sein Werkzeugkoffer Stück für Stück zu packen, damit man auf eine gute Reise geht.
00:39:36: und sich selbst zusehen verändert nicht wer wir sind aber es verändert wie wir mit uns umgehen.
00:39:41: das hast du sehr schön gesagt
00:39:43: in der Tat philosophisch.
00:39:46: Da bleibt mir nur zu sagen danke, dass du unser Gast warst.
00:39:49: Danke,
00:39:49: dass ich hier sein durfte!
00:39:50: Schön
00:39:50: mit dir aufgenommen zu haben und vielen Dank für deine Offenheit und deine Geschichte.
00:39:54: Sehr sehr gerne, danke euch.
00:39:56: Danke Christian.
00:39:57: Danke Lisa, danke Lars.
00:39:59: Bis zum nächsten Mal.
00:40:01: Anlaufstellen und Hilfsangebote rund um das Thema silische Gesundheit findet ihr natürlich in den Show-Notes Und wenn es euch gefallen hat dann lasst doch gerne mit der Bewertung da oder drückt die Abo Glocke Dann verpasst ihr keine Folge mehr.
00:40:17: Zu viel, der Mental Health Podcast wurde dir präsentiert von Valéara.
00:40:26: Posted by Last Hands Feuerborn Simone Hoffmann und Dr.
00:40:30: Christian Utler.
00:40:31: Produktion Last Hands Feuerborn.
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