Ich habe funktioniert, bis nichts mehr ging - mit Nils
Shownotes
Zehn Jahre im Kita-Bereich, ein Neubau-Projekt als Leitungskraft, dann eine zweite Leitungsstelle im Chaos. Am Ende eine Kündigung, eine Depressionsdiagnose und monatelanges Warten auf einen Reha-Platz.
Lars Tönsfeuerborn, Dr. Christian Utler und Nils sprechen darüber, wie Mehrarbeit zur Normalität wird, wie Verantwortung ohne Grenzen krank machen kann – und warum das Hilfesystem selbst oft zur zusätzlichen Belastung wird.
Akute Hilfe Notruf 112 – bei akuter Lebensgefahr sofort wählen. Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 (kostenfrei & anonym, rund um die Uhr erreichbar) Chat-Beratung: www.telefonseelsorge.de
Suizidprävention Nummer gegen Kummer (für Kinder & Jugendliche): 116 111 Hilfetelefon Depression: 0800 – 33 44 533 Infos & Hilfsangebote: www.suizidpraevention-deutschland.de
Psychische Gesundheit allgemein www.valeara.de – Infos zu Kliniken & Therapieangeboten www.deutsche-depressionshilfe.de www.psychenet.de – Informationen zu psychischen Erkrankungen & Hilfsangeboten
Für Angehörige Nummer gegen Kummer – Elterntelefon: 0800 – 111 0 550 Austausch & Infos: www.familiencoach-depression.de
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00:00:03:
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge zu viel der Mental Health Podcast.
00:00:18: Mein Name ist Last Ones Feuerborn, mit mir ist heute da mein Co-host Christian.
00:00:25: Und wir haben einen Gast, Nitz.
00:00:26: es ist zu Gast!
00:00:31: Du bist heute hier, um uns deine Geschichte zu erzählen und über dein Zu viel zu sprechen.
00:00:38: Genau ja!
00:00:39: Ja ich denke wir kennen es alle.
00:00:41: Manchmal ist es nicht nur ein einzelner Moment der zuviel sein kann und der uns zu Fall bringt letztendlich sondern es können auch wie in deinem Fall zehn Jahre aushalten im Job sein bis dann irgendwann der Körper sagt das reicht aber magst du uns kurz erzählen?
00:00:59: Deine Geschichte ist auch, wer du bist.
00:01:02: Und was dich dazu gebracht hat hier heute auch dein zu viel zu erzählen?
00:01:07: Ja also ich heiß Nils Ich bin von dreißig Jahren kommen aus Heilbronn das bei Stuttgart.
00:01:13: Ich bin Erzieher und Sozialwirt und war zehn Jahre beim gleichen Träger und habe dort die Möglichkeit bekommen sehr viel aufzubauen und in der Karriereleiter schön hochzusteigen.
00:01:27: Ja, und irgendwann war dann Feierabend.
00:01:31: Was hatte ich gereizt an dem Job eigentlich?
00:01:34: Es ist ein ganz tolles Kinder zu begleiten von klein auf.
00:01:38: also ich war im Bereich U-Drei mit den kleinen Kindern aber auch mit den Kindergartenkindern Und das macht wahnsinnig Freude einfach dort die Kinder zu begleiten.
00:01:48: es ist kein Tag ist wie jeder andere und Das war für mich auch so ein bisschen die Herausforderung und die Freude
00:01:56: da.
00:01:57: Jetzt muss man dazu sagen, du hast gearbeitet und zusätzlich hast Du auch noch studiert.
00:02:02: Genau ja ich habe nach meiner Ausbildung ein Jahr gearbeitet Und hab dann berufsbegleiten sechs Semester mein Betriebswirtschaftsstudium gemacht.
00:02:11: Was sich dann sozial wird sein kann Das habe ich drei Jahre lang war das immer freitags, samstags und sonntags.
00:02:20: Also das ist natürlich auch schon.
00:02:22: also das ist alleine schon belastung genug oder?
00:02:25: Vor allem muss man dazu ja auch sagen, sozialer Beruf.
00:02:29: Mehr Arbeit ist da schon eher die Selbstverständlichkeit?
00:02:32: Ja also zu Beginn war es noch nicht so.
00:02:36: Da hatten wir genügend Personal.
00:02:38: aber natürlich auch wenn jetzt ein Kind stürzt dann kann man nicht sagen ich hätte jetzt Feierabend oder ein Kind spuckt.
00:02:46: Wenn man mit Menschen arbeitet, kann man pünktlich feierabends machen.
00:02:51: In den letzten Jahren hat sich das aber einfach gehäuft, weil der Personalmangel einfach so exorbitant hoch
00:02:57: war.
00:02:59: Warum wird Mehrarbeit in so vielen sozialen Berufen oftmals als völlig normal hingenommen?
00:03:09: Ich komme ja selber aus dem Sozialen Böden und aus vielleicht nicht dergleichen, aber einer ähnlichen Umgebung... Als erstes ist es ja mal so, von unserer Grundhaltung wollen wir ja beistehen unterstützen.
00:03:26: Wollen Dinge zu Ende bringen fühlen uns dafür sehr verantwortlich und weil ebenso menschliche Entwicklungen oder Kinderentwicklungen vielleicht nicht so planbar sind, ist das erstmal unabdingbar dass die Grenze nicht klar ist, sondern es geht länger.
00:03:45: Und dann sind wir erst mal von uns selber sehr verführt da rein zu gehen.
00:03:51: und weil wir uns so verantwortlich fühlen können wir auch für uns selbst oder auch
00:03:58: nichts
00:03:58: stoppsagen.
00:03:59: und wenn dann die Rahmenbedingungen ebenso Sinn wie sie sind ich habe keinen Ersatz, da gibt's keine Vollgeschichte dann kannst du sozusagen nur wählen zwischen Pest oder Cholera.
00:04:12: Letztendlich, ich fühle mich schlecht oder aber ich gebe noch mal ein bisschen mehr.
00:04:19: Ja genau also in jedem Bürojob bleibt halt die E-Mail liegen sind der Kita einfach
00:04:26: Allgemein den sozialen Job, du kannst halt Menschen nicht liegen lassen.
00:04:29: Das ist das halt also... Ich nenne da immer gerne auch das Beispiel noch aus der Zeit wo ich in der Pflege gearbeitet habe, alten Pflege wenn man überlegt was man mittlerweile für einen zeitlichen Rahmen für eine Person hat.
00:04:45: Also ich war stationär, ich war ambulant und wenn es dann heißt du hast vier Minuten ... einen ambulanten Besuch gefühlt oder du hast vier Minuten, um eine Person jetzt irgendwie Richtung Bett zu bringen.
00:05:01: Das erhebt ja so den Druck und wie oft habe ich da einfach auch Überstunden gemacht?
00:05:06: Einfach rein aus dem Punkt das ich gesagt habe, nee ich möchte mir aber auch mehr Zeit nehmen.
00:05:11: vor allem wenn du ambulant unterwegs bist triffst du Menschen die... lange alleine sind, die viel Zeit alleine verbringen auch oftmals.
00:05:19: Also das ist ja nun mal auch etwas der Alters Einsamkeit, die auch noch mal hinzukommt.
00:05:24: es gibt's auch viel und dann kann ich da nicht für sechs Minuten in einer Wohnung bleiben und sagen so jetzt bin ich aber sofort wieder weg weil du ja schon merkst dass die Leute vielleicht einfach reden wollen.
00:05:35: also das ist halt im sozialen Beruf.
00:05:38: einfach zu sagen Ich lass den Stift fallen geht einfach nicht.
00:05:42: Es ist nicht möglich.
00:05:44: Du kannst ja jetzt auch nicht einfach sagen, so ... Jetzt ist vorbei und die Patienten lassen sich stehen.
00:05:51: Also man kann das schon regulieren aber nicht so einfach wie wenn du jetzt einfach nur am Schreibtisch sitzt oder?
00:05:58: Ich glaube es gehört persönliches Lernen und auch persönliches Aushalten dazu.
00:06:04: Stichwort, ich grenze mich ab Aber der Preis ist eben auch einer, ich fühle mich nicht gut genug.
00:06:11: Was macht denn eigentlich so eine dauerhafte Überlastung, also dauerhaft die Überstunden langfristig eigentlich so mit Körper und Psycho?
00:06:21: Also vielleicht kannst du es ein bisschen erzählen.
00:06:25: Wie bei dir war als erstes nochmal das wir...
00:06:29: Also am Anfang war's so Stress.
00:06:33: Stress gehört dazu.
00:06:34: dann die Einstellung.
00:06:35: Stress ist was du daraus machst.
00:06:39: Man kompensiert Kaffee, andere Sachen Red Bull so irgendwie dann einfach.
00:06:47: Dann fängt an das soziale Lebens ein bisschen drunter zu leiden.
00:06:51: Ich kann heute Abend nicht weggehen ich bin erst aus der Arbeit zurückgekommen und muss mich ausruhen.
00:06:57: Und dann merkt man am Anfang so selber gar nicht und dann hat mir das mein Umfeld auch sehr schnell rückgeschmeldet.
00:07:05: also keinerlei Frustrationstoleranz.
00:07:08: Bei mir hat man es gemerkt beim Autofahren, ich war eigentlich ein sehr ruhiger Mensch.
00:07:11: aber ich habe dann unterwegs gemerkt, ich fahre wie wenn derjenige, der mir die Vorfahrt genommen hatte, wäre ich am liebsten ausgestiegen und also so einfach von der Resilienz her.
00:07:23: Und dann war's bei mir so dass ich einfach immer müde und gereizt und also ich hatte das so ein bisschen im Vergleich wie bei Corona-Zeiten noch.
00:07:33: Also es war zum Schluss dann so ... denn Geschirrspüler eingeräumt hab und während der im ECO-Programm vier Stunden lief, habe ich auf dem Sofa geschlafen.
00:07:41: Weil ich einfach durch
00:07:43: war.".
00:07:46: Aber das ist ja auch eine typische Symptomatik oder?
00:07:48: Ja es ist relativ klassisch natürlich.
00:07:53: Du sagst du hast letztendlich die Symptome sozialer Rückzug... Auf der anderen Seite letztendly kommt die Aggression weil bist praktisch nicht mehr dazwischen.
00:08:05: dann spürst du es körperlich, spürste einfach keine Frische mehr.
00:08:10: Was ja per se eigentlich, sagen wir mal noch eine Schutzfunktion ist.
00:08:15: also du spürest wenigstens die Müdigkeit das ist ja auch was gut gelaufen sozusagen.
00:08:23: Du hast ja dann auch dein Studium Fertig gemacht.
00:08:30: Genau, jawohl!
00:08:31: Und dann gab es ja eine Neuerung letztendlich im Job oder?
00:08:36: Dann war das so dass es mit der Karriereleiter los ging.
00:08:39: ich habe das Studium fertig gehabt und dann hatte ich die... Also es gibt zu Untergruppen noch Gruppenleitungen.
00:08:46: der ist dann zuständig für die Bereiche.
00:08:49: Dann war ich erst die Gruppen leitung von unserer Kindergrippe wenig Personal wenig Kinder um da so ein bisschen Gehversuche zu machen.
00:08:56: Den undankbarsten Job des Dienstplaners, denn das war auch immer so ein Ärgernis- und Stresslevel.
00:09:04: Dann bin ich in den Kindergarten gewechselt mit doppelt so viel Personal und doppeltsoviel Kindern und hab dann wieder Erfahrungen gesammelt.
00:09:12: Aber alles noch beim selben Träger?
00:09:14: Genau!
00:09:14: Alles beim selbem Trägen noch.
00:09:16: Und dann kam unser Geschäftsführer der früher unsere Abteilungsleiter waren hat mich gefragt ob ich mir vorstellen kann Nikita zu leiten.
00:09:24: Ich habe mich darüber gefreut.
00:09:25: Dann hatten wir einen Termin und dann hat er mich auf einen großen Platz geführt und gesagt, hier soll sie stehen!
00:09:32: Viel Spaß!
00:09:33: Und dann hatte ich eine Kollegin als Leitung.
00:09:36: Wir haben das zusammengemacht aber dann haben wir die Kita vom Reisbrett aufgeplant ... ... mit einem Budget von ca.
00:09:44: eineinhalb Millionen Euro.
00:09:47: Also es war so grob ein bisschen vorgegeben, aber die Gedanken vom Träger waren das einfach das pädagogische Personal was den Alltag eben kennt mit ins Boot geholt wird.
00:09:57: Und ich durfte dann von der Raumauswahl, der Innenausstattung, des Farbkonzeptes, das pädagogische Konzept, alles was dazu kommt Schutzkonzept, Kinderschutz, das alles mitgestalten und das Personal einstellen.
00:10:10: Ich hatte... In einem Spitzenzeiten in einem Jahr über achtzig Bewerbungsgespräche, bis wir das Personal da hatten.
00:10:19: Und das kam dann noch alles mit dazu?
00:10:23: Das ist natürlich ein krasser Move von.
00:10:25: du bist eh schon relativ auch mit war.
00:10:28: hast Du da auch zu der Zeit schon stark gemerkt dass du An deine Limits kommst oder war es dir da noch nicht so bewusst?
00:10:36: Da war's mir noch nicht bewusst.
00:10:38: So richtig bewusst wurde mir das dann, als wir in die Bauphase voll eingestiegen sind und alles unter einen Hut auf der einen Seite noch... ... pädagogisch am Kind zu arbeiten, auf der anderen Seite aber... Hast
00:10:53: du zeitgleich auch noch gemacht?
00:10:54: Hab
00:10:54: ich zeitg gleich auch noch.
00:10:56: Also es war so der Klassiker aus dem Lesekreis raus auf die Baustelle zum Termin für Fliesen fürs Bad aussuchen.
00:11:04: Wahnsinn!
00:11:05: Das ist ja eine enorme Belastung, die da auf einen zukommt.
00:11:09: Was bedeutet das denn eigentlich für den Nervensystem Christian?
00:11:12: Wenn man über einen längeren Zeitraum so viel Druck und Verantwortung hat?
00:11:21: Ja, typischerweise gehen die Hormone hoch.
00:11:29: Die chronische Belastung, die dazu führen dass du chronische belastungen aushältst also vom Desquartison geht hoch des Quartison hoch geht dann spürst du erst mal weniger bist weniger sensibel was ja eigentlich gut ist.
00:11:46: nur Du spürst eben auch nicht mehr letztendlich deine Grenze und dann bist du in einem Teufelskreis drin.
00:11:59: Also gefühlt hört sich ein bisschen so an, natürlich ist es ein tolles Privileg!
00:12:03: Du bist geschmeichelt, du bist wichtig und kannst eine Kita planen und bauen genauso wie ich mir das vorstelle eigentlich mein Lebenstraum auf der einen Seite Und dann will ich natürlich auch für mich selber abliefern und für die anderen.
00:12:18: Aber gefühlt die Zeit von der Übungszeit, dass sich da reinwachsen, dass ich auch irgendwie lerne wie mache ich beides?
00:12:28: Wie fordert dich noch mehr Ressourcen ein?
00:12:31: Wie halte ich vielleicht auch das es langsamer gehen muss, wie auch immer?
00:12:35: Wie halt ich aus, damit ich eben nicht achtzig Gespräche mache, sondern nur vierzig und akzeptierter sind am ersten Tag nicht alle Stellen besetzt.
00:12:44: Und wir können vielleicht also wie auch immer das Wirk zu du hattest wenig Zeit zum üben.
00:12:50: Das ist ja in nur ein paar Jahren warst du sozusagen vom normalen Mitarbeiter zu, sondern nicht mal nur einen normalen Führungskraft, sondern gestalterischen Führungskraft praktisch da aufgestiegen.
00:13:05: Also dass dann Beim Aussprechen alleine kriege ich auch schon Herzklopfen, so schön wie es ist.
00:13:12: Das war ein bisschen interessant!
00:13:16: Es war schon eine Art Fahrstuhl-Club.
00:13:19: Was hatte ich in der Zeit am meisten gefordert?
00:13:22: Das komplette Paket von Termin zu Termin.
00:13:25: Ich hatte zwischenzeitlich oder zeitgleich noch die gute Idee... ...ich gehe in den Betriebsrat.
00:13:32: Noch ein bisschen mehr draufladen.
00:13:35: Und es hast ein Personalrat, der wöchentlich getakt hat.
00:13:37: Also der Hauptstress war im Prinzip so dieses Ganze unter einen Hut zu bringen die Terminkoordination und dann auch das Unvorhergesehene.
00:13:46: also eigentlich war alles geplant.
00:13:50: ich bin morgens um sieben da eröffne die Kita begleitetes Frühstück und geht dann nach dem Frühstuck.
00:13:56: wenn Morgenkreis und Stuhlkreis ist gehe ich ins Büro bereite die Termine vor und dann kam um acht aber die Krankmeldung Die in die Kollegin oder der Kollege fällt aus.
00:14:06: Also musste ich das dann irgendwie alles wieder umplanen und schauen, wie ich dann irgendwie zur Baustelle oder Auswärtstermine kommen, um jetzt die Gestaltung des Bades und Waschbecken anzuschauen und auszuwählen, wie das dann alles irgendwie funktioniert?
00:14:25: Und es ist ja auch viel Bürokratie noch hinten dran.
00:14:29: also für die Betreuung der Kinder ist eins aber es ist natürlich viel Dokumentation, Elterngespräche vorbereiten.
00:14:38: Und das ist dann meistens halt irgendwie nach Kitaschluss passiert, dass ich das dann da noch im Büro gemacht habe.
00:14:44: Wieder überstanden?
00:14:45: Genau
00:14:45: ja wohl!
00:14:46: Ja die Bauphase endete irgendwann...
00:14:49: Die Bauphase war dann fertig, es war alles gebaut und es war wunderschön.
00:14:55: Dann ging's, dann hab' ich gemerkt jetzt gehts nicht mehr.
00:14:58: und dann hab', ich den Träger gewechselt und dachte komm vielleicht ... neuer Träger, neues Glück und habe mich dann auch wieder auf eine Leitungsstelle beworben.
00:15:11: Man muss dazu sagen bis nach zwölf Jahren bist du von dem Träge
00:15:15: weggegangen?
00:15:15: Genau,
00:15:15: das ist mir auch nicht leicht gefallen.
00:15:17: Das war mein erster Trägedirekt nach der Ausbildung... ...und dann bin ich zu einem anderen Trägger gegangen und hab da... ...auch eine ganz tolle Kita vier Stockwerke... ...sechzig- bis achtzig Kinder übernommen.
00:15:35: Natürlich auch!
00:15:36: Du hast dir aber auch gedacht, den ganz runterschrauben wolltest du jetzt auch?
00:15:39: Nee.
00:15:40: Und ich hab die Kita ja schon so oft irgendwie auch beim Spazieren gehen gesehen und dachte, das ist ein Haus!
00:15:45: Das ist toll!
00:15:47: Dann war da die Stelle frei und dann habe ich mich darauf beworben.
00:15:52: Ja und dann hab' ich die Stelle angenommen und lustigerweise habe ich die stellvertretende Einrichtungsleitung gekannt privat.
00:16:01: Der war dann drei Wochen da und ist dann für zwei Wochen auf eine Kinderfreizeit gegangen, der hat mich eingearbeitet.
00:16:10: Dann war er nach den zwei Wochen wieder eine Woche da und dann ist er für vier Wochen in Reha gegangen Und ich saß dann da alleine im Büro, im vierten Stock und hab versucht irgendwie alles mitzukriegen.
00:16:24: Ich konnte von meinem Balkon runter auf den Spielplatz gucken aber das war auch schon alles.
00:16:30: Ich musste mich in alles einarbeiten.
00:16:34: So wieder die gleichen Herausforderungen, nur dass bei dem Träger kein Personal da war.
00:16:40: Wenn wir noch mal kurz an den Punkt des Wechselns gehen... Du hast gewechselt weil du gesagt hast jetzt ist der Punkt wo es zu viel ist.
00:16:49: Genau
00:16:49: ja Das hast du gemerkt das die sozialen Kontakte abgenommen haben Dass du gereizter warst, dass du müde warst Was bewegt einen dann so eine große stelle noch mal anzunehmen.
00:17:04: War es dann wirklich dieses, ach das ist die Traumstelle, die ich schon immer haben wollte?
00:17:08: Oder war's das Achja komm nach dem Stress schaffe ich das locker?
00:17:13: Ich glaube dass sich auch so ein bisschen einen Punkt entwickelt habe für mich selber höher schneller weiter.
00:17:17: Ich kann noch mehr und mein eigener Ehrgeiz war da geweckt und ich dachte kommt es eine neue Herausforderung.
00:17:26: schauen wir mal noch mehr lernen noch mehr zu.
00:17:32: Ja, also auch so ein bisschen der eigene Anspruch auf die Karriereleiter voranzukommen.
00:17:37: Es ist schon spannend, wenn man sieht dass sich das dann trotzdem erst mal noch weiterzieht.
00:17:44: Da werden wir wieder bei dem Thema, dass man das selber gar nicht noch nicht so einsieht oder selber noch nicht an welchem Punkt man eigentlich schon ist.
00:17:52: So wie es vielen ergeht, die im Job erstmal weiterhin alles geben bevor sie dann wirklich völlig ausgebrannt sind?
00:17:58: Ja, die große Frage ist Leistung und Abliefern.
00:18:03: Das war gescheinend so ein Mittelpunktsthema gewesen sein wie das sehr typisch für uns Menschen gerade auch so in dem Leben der Lebenszeit in der du da so warst im Lebensalter und da hast du deine Routinen und da weißt sozusagen irgendwie fühle ich mich zu Hause und dann ist es ja auch schwierig.
00:18:25: Die große Frage ist so ein bisschen natürlich, gab es denn auch mal so Impulse?
00:18:34: Bin ich dann auf dem richtigen Weg oder war das eigentlich ein Tunnel in der Autobahn.
00:18:41: Also die Punkte gab's eigentlich gar nicht.
00:18:44: bin ich auf dem wichtigen Weg?
00:18:45: Ich muss dazusagen, ich habe auch echt immer gerne gearbeitet.
00:18:49: Ich war eher Dänige wo Freunde dann gesagt haben Komm jetzt mal nach Hause oder bist du schon wieder auf der Arbeit?
00:18:57: Ich hab das wirklich total gerne gemacht.
00:19:02: Ich war auch so, dass ich ... wenn ich im Urlaub war, dass sich Sonntagabend bevor ich Montags angefangen habe bin ich noch mal ins Büro und hab die letzte Woche im Übergabebuch durchgeguckt.
00:19:12: Dass ich schon mal grob weiß was erwartet mich.
00:19:18: Die Frage ist, ist es richtig, die hatte ich da zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht.
00:19:22: Die kam dann erst, als ich bei dem neuen Träger da war und von allen Ecken eigentlich Feuer bekommen habe.
00:19:30: Weil natürlich wenn kein Personal da ist, hat sich das Personal die Kollegen haben sich gemeldet.
00:19:36: Kannst du aushelfen?
00:19:38: Wir brauchen beim Mittagessen Hilfe, wir brauchen beim Schlafen, beim Einschlafbegleitung-Hilfe.
00:19:46: Zeitgleich hatte aber auch dann ... Die Eltern haben Druck gemacht Weil die Öffnungszeiten ja auch gehalten werden sollen.
00:19:53: Man ist ja auch ein verlässlicher Partner für die Eltern, wenn sie arbeiten und dann auch der Träger weil am Ende des Tages ist Nikita auch ein Wirtschaftsunternehmen und die leben davon, wenn Kinder kommen.
00:20:07: Und also so war das von allen Seiten irgendwie allen recht getan.
00:20:11: Von
00:20:12: allen Seiten ist Druck?
00:20:13: Genau!
00:20:14: Druck in einem... Und du machst ein Spagat, auf jeder Seite zieht es dich auseinander.
00:20:21: Genau und es gab dann so einen Punkt weil lustigerweise die nächste Höhreinstanz, die Sachgebietzleitung hat auch gewechselt und war neu.
00:20:31: Das war so ein Moment wo ich das erste Mal für mich gedacht habe ich glaube irgendwie ist es auch okay und dann ist mir auch so bewusst geworden Ich kann nicht mehr wie jetzt gebe.
00:20:41: Die hat zu mir einen Satz gesagt ich sehe sie geben hier alles.
00:20:45: Aber ich glaube, es reicht nicht für diese Stelle.
00:20:49: Und das war so ein Moment wo ich dachte... Ich feier im Prinzip schon mit über hundert Prozent was ich hier gebe.
00:20:57: Was möchtest du denn noch?
00:21:00: Was braucht es noch um deiner Anforderung gerecht zu werden?
00:21:03: und das war für mich das erste mal so einen moment wo ich gedacht habe okay dann soll's vielleicht irgendjemand anders machen und nicht dich
00:21:11: Verständlich Aber das ist halt einfach unsere Leistungsgesellschaft.
00:21:16: dann auch wieder, ne?
00:21:18: Es ist gut.
00:21:18: Also sagen wir mal es brauchte den Auslöser dass du sozusagen siehst ich kann hundert Prozent Ich kann auch zum Teil hundertreißig Prozent aber irgendwie bin ich kein Superman und das ist natürlich auch eine harte Erkenntnis erst einmal, dass jetzt auch kein Superman bin.
00:21:38: Ja, also ich musste schmerzhaft dann lernen dass meine Kraft nicht unendlich ist.
00:21:44: Und wenn du das zehn Jahre kennst und erlebt hast so kriegen wir alles hin.
00:21:50: Es war ein bisschen auch so einen Scheitern sich selbst eingestehen.
00:21:57: Scheittern wollen wir alle nicht?
00:21:59: Das ist...
00:22:00: ja und das war der Punkt wo ich gesagt habe ok dann geht es auch nicht.
00:22:05: und dann wurde das alles Dann kam so alles, alle Symptome dann auch raus.
00:22:11: Also...
00:22:13: Du hast ja dann auch beschrieben dass du vor allen Dingen ein starkes Bedürfnis irgendwie auch nach Sicherheit hattest?
00:22:19: Nach Ruhe hattet's?
00:22:21: Genau.
00:22:21: also das ganze hat dann im November gegipfelt wo sie gesagt hat es reicht nicht und dann ist das ganze Kartenhaus im Prinzip zusammengebrochen.
00:22:32: Dann war ich wirklich durch.
00:22:35: Ich konnte nirgends rausgehen.
00:22:36: die Weihnachtsmärkte in Dezember war für mich Der Horror, ich bin mit Freunden auf den Weihnachtsmarkt gegangen.
00:22:43: Und ich stand irgendwann auf diesem Festplatz und ... Ich bin in Tränen ausgebrochen.
00:22:49: Ich hab gesagt, ich kann nicht mehr, ich muss nach Hause!
00:22:51: Und dann war es auch wirklich so.
00:22:55: Also ich bin abends auf dem Sofa mit der Kuscheldecke die Katze ... Rollo unten, Türe abgeschlossen, Sicherheitsgefühl.
00:23:04: Und ja, ich war ... War immer müde, ich konnte abends um neun ins Bett gehen und habe durchgeschlafen bis um halb zehn.
00:23:11: Und ich bin eigentlich so überhaupt nicht der Langschläfer.
00:23:16: Wie bist du dann weiter da?
00:23:17: Also hattest Du Hilfe dass jemand dazugekommen ist gesagt hat okay jetzt gucken wir mal wie wird Dich auch wieder raus bekommen oder hast Du dich selber auch herausbekommen?
00:23:25: also Ich hatte schon im November Menschen aus meinem Umfeld die gesagt haben du musst da raus du brauchst eine Reha und alles.
00:23:31: und ich hab immer
00:23:32: gesagt ja
00:23:33: Für so ein Burnout fehlt mir die Zeit, da hab ich jetzt keinen Kopf dazu.
00:23:38: Dann war ich beim Hausarzt, den ich sehr gut kenne und hab dem das beschrieben.
00:23:43: Und dann hat der gesagt, es ist ein klassischer Fall von ... Sie sind am Ende ausgebrannt, sie sind leer.
00:23:49: Ich schreib sie krank!
00:23:51: Und dann war ich zwei Wochen an der Nordsee.
00:23:57: Eigentlich bin ich dort gerne Fahrradfahren unterwegs sein.
00:24:00: Und ich bin wirklich nur umgelegen.
00:24:04: weil ich zu nichts Energie hatte.
00:24:05: und dann habe ich doch irgendwie auch Giss gemerkt, ich brauche Hilfe.
00:24:10: Was passiert da im Körper?
00:24:12: Und einfach so im Mindset auch wenn du nach langer Überlastung auf den Rückzug gehst.
00:24:19: also was macht der Körper da?
00:24:21: Also er beschreibt es ja gerade auch ganz gut.
00:24:23: Ja Gott sei Dank noch der Körper etwas Gutes!
00:24:25: Er geht ja noch in den Rückzug, er ist noch in der Lage dazu heiß laufen würde, dann würde er irgendwann mal verbrennen.
00:24:36: Es kommt ja als erstes zumindest ein unbewusstes Bedürfnis aus.
00:24:41: also der Körper sagt das Richtige ich muss in den Rückzug gehen.
00:24:47: mitunter ist es heute auch schon hier sehr mit Charme begleitet und das darf eigentlich nicht sein sondern ich muss weiter funktionieren.
00:24:58: Ich muss weiter zeigen dass ich der Superman bin.
00:25:01: Das wäre jetzt nochmal spannend, wie das bei dir war, wo du das so gemerkt hast.
00:25:11: Ich nehme gerne den Begriff Erschöpfung, maximale Erschöffung, wie es dann war von dem Begleitgefühlen.
00:25:21: Darf das denn sein?
00:25:23: Was denken die anderen?
00:25:25: Wird's immer so sein?
00:25:27: Auf jeden Fall muss ich wieder... rauskommen, ganz perfekt wieder weiter leisten.
00:25:33: Wie war das denn bei dir?
00:25:35: Also ich habe festgestellt dass es zwei Lager gibt Menschen die das verstehen, die sagen ja endlich hast du selber begriffen wir haben's dir schon gesagt und das ist gut nehmt ihr Zeit für dich.
00:25:47: Und Menschen die eine ganz andere Haltung hatten die so gesagt haben Burnout, das ist die
00:25:53: Mode der Erkrankung.
00:25:55: Das ist wie ADS.
00:25:57: Reiß
00:25:58: dich mal zusammen?
00:26:01: Dann hast du vielleicht die falsche Einstellung zu deinem Arbeitsleben.
00:26:06: und natürlich beobachtet man dann auch ganz anders – ich habe festgestellt Freunde, die unter hohem Stresslevel arbeiten, also das klassische Feierabendbierchen was so zum Runterkommen.
00:26:20: Also, man wird einem dann bewusst was die anderen so für Strategien haben.
00:26:26: Das heißt irgendwie der dritte Gin Tonic weil heute war Freitag das Bier für Mittwoch ist es bergfest.
00:26:33: also man findet ja denn immer so Möglichkeiten oder andere die einfach sich in noch mehr Arbeit ertränken.
00:26:42: Ja ich habe in meinem Freundeskreis haben wir dann einfach auch mal so darüber gesprochen und viele haben auch dann mir zurück gemeldet ... ist dir selber auch aufgefallen, du kannst ja gar nicht still sitzen.
00:26:52: Du bist ja immer aufgestanden, du warst immer irgendwie also so... Aber ich habe da so zwei Lager bemerkt und kennengelernt.
00:27:02: Du hast dich dann dafür entschieden dir die Hilfe zu suchen?
00:27:05: Du warst beim Arzt wie du gesagt hast.
00:27:07: der hat einfach gesagt okay das ist wirklich eine ganz typische Erschöpfung Ausgebranntheit.
00:27:14: Wie ging dieser Weg dann weiter?
00:27:16: bis du Die Hilfe bekommen hast du jetzt auch gebraucht.
00:27:19: Und wie lange hat das gedauert?
00:27:21: Also ich habe das Ganze dann vom Arzt angeleiert bekommen, der hat dann mir gesagt melden sie sich bei der Rentenversicherung.
00:27:30: die waren da auch sehr nett und haben ja die ganzen nötigen Unterlagen mit der Post zugeschickt.
00:27:38: Ich hab es manchmal nicht immer geschafft das gleich am gleichen Tag noch zu bearbeiten.
00:27:42: Das heißt der Brief ist vielleicht auch mal eine halbe Woche dargelegen weil ich mich nicht aufraffen konnte dazu.
00:27:49: Und dann habe ich die nötigen Unterlagen ausgefüllt und das alles beim Hausarzt abgegeben.
00:27:55: Der hat es bearbeitet, und dann hab' ich das bei der Rentenversicherung eingereicht... ...und ich hatte glücklich keinen Widerspruch, kein Einspruch oder Ablehnung, dass sich Widerspruch einreichen musste und das Ganze hat so ungefähr acht bis zehn Wochen gedauert, bis das dann zurückkam, dass die Reha genehmigt ist.
00:28:20: Und dann gab es eine Liste mit Kliniken in meinem Umkreis in Baden-Württemberg, die ich mehr raussuchen konnte.
00:28:27: Aber da kam das Problem also auch, dass die Klinik einen Platz bekommen hat.
00:28:31: Das hat alles in allem bis sich ihre Hand drehen konnten halb bisher gedauert.
00:28:36: Da sind wir wieder bei den extrem langen Wartezeiten an.
00:28:43: Wie wir jetzt auch schon mal erwähnt haben, die ja auch nicht verbessern werden durch die aktuelle Lage.
00:28:47: Also es wird ja nicht einfacher letztendlich.
00:28:49: Das wird noch schwieriger gemacht und das... also mich macht's sauer zu wissen dass wir da einfach eher wieder einen Rückschritt machen als dass wir Fortschritte machen.
00:28:59: Du sagst jetzt ist du hast ein halbes Jahr gewartet.
00:29:04: Ich muss das mal kurz einordnen.
00:29:05: Jetzt sprechen wir hier von Area.
00:29:08: Gibt's da Unterschiede?
00:29:10: Christian zu Reha.
00:29:13: Ist die Reha der normale Klinikaufenthalt?
00:29:15: Also was gibt es für Möglichkeiten, dass wenn man in dieser Situation ist, wie Nils das war.
00:29:23: Wie man da vorgeht an dem Moment?
00:29:26: Es gibt sicher einen großen Blumenstrauß.
00:29:30: Das Problem ist aber auch du brauchst jemanden, der dich führt gerade weil du erschöpft bist.
00:29:36: Du schaffst da kaum so etwas auszufüllen, der Dich führt und durch diesen Blumenstrauß, durchführt und den mit dir zusammen komponiert.
00:29:46: Gerne reflektorisch.
00:29:47: denken wir natürlich an so eine ... Ich schätze es war ne stationäre Reha.
00:29:51: Ja!
00:29:52: Dass wir denken wie an so ne stationärere Reha.
00:29:55: Wir hatten das mal in einer anderen Stelle auch gesagt Es geht ja danach auch weiter Das Leben geht ja weiter.
00:30:03: Was macht man in der Zeit?
00:30:04: In der Wartezeit bis dahin?
00:30:06: was gibt's da für Angebote?
00:30:08: also Erstmal Erschöpfung.
00:30:14: Das ist vielleicht ironisch, aber Erschöffungen aushalten auch.
00:30:18: Vielleicht braucht es den Resett und eben auch mal gerade auszuhalten und nicht in die Leistung gehen.
00:30:23: sofort muss die Reha zu sein sondern wir müssen aushalten auch und akzeptieren.
00:30:29: das Lernen stillzusitzen oder stille Aushalten ist ja auch schon eine Leistung in der Situation.
00:30:36: genug nochmal zu gucken, also wenn Stuttgart ist.
00:30:41: Was gibt es da vielleicht sonst noch für Angebote?
00:30:44: ZB gibt's eine Gruppe.
00:30:47: Gibt's auch was, das vielleicht gar nicht institutionalisiert ist über Krankenkasse?
00:30:51: Gibt es in Sachen Selbsthilfe selbstverständlich in so einer Situation?
00:30:59: Wenn du begleitende therapeutische Psyr, therapeutische Begleitung hast, das wäre natürlich perfekt!
00:31:08: was gibt's im persönlichen Umkreis und führt irgendwas dazu, dass ich erst mal letztendlich lerne zu akzeptieren.
00:31:18: Es ist jetzt so wie es ist und ich muss nicht leisen und mir sofort einen Weg
00:31:24: aufbauen.".
00:31:25: Also gefühlt gibt's ein bisschen mehr?
00:31:28: Ich hätte bei dir sicher auch an klassische tagesklinische Angebote gedacht wo man sagt Ich gehe da rein und vielleicht mache ich aber erst mal auch drei Wochen nur, dass ich da reingehe und sitze und beobachte wenn überhaupt.
00:31:44: Und dann kommt vielleicht ein bisschen was in die Bewegung.
00:31:48: Wenn wir volkswirtschaftlich denken, vielleicht ökonomisch sogar günstiger, aber vielleicht über die Zeit ein bisschen nachhaltiger.
00:31:56: also es gibt sicher auch ein paar andere Angebote.
00:31:58: Aber es wäre ja nochmal spannend wie war die Reha für dich?
00:32:04: Gab's da Was, was dich verändert hat?
00:32:08: Was gab's in Pulse?
00:32:10: Wie ging es denn über die Reha dann.
00:32:12: Also ich war sechs Wochen in der Reha...
00:32:15: Also eigentlich eine kurze Zeit!
00:32:16: Ja!
00:32:19: Die ersten zwei Wochen war ich eigentlich total mit mir beschäftigt und also ich wollte da jetzt auch nicht irgendwie ... Es war für mich schon stressig genug, da Menschen beim Frühstück bei Mittag- und beim Abendessen zu sehen Und ich habe mich einfach mit so vielen Themen mit mir beschäftigt.
00:32:37: Abgrenzung kann ich nicht nein sagen woran liegt es, aber auch einfach mit Kraft sammeln zur Ruhe zu kommen.
00:32:47: und dann ab der dritten Woche habe ich gemerkt wie ich einfach also wieder Akku auflädt Wie viele Sachen mitnehmen aus den grubbentherapeutischen Gesprächen oder auch beim Spazieren gehen, was wir da so als Angebote hatten.
00:33:04: Wie ich da einfach dann Möglichkeiten für mich auch finde das Gas rauszunehmen.
00:33:12: Das ist ja also oftmals... Ich erinnere mich an Mainz.
00:33:15: Da war ich fünf bis sechs Wochen damals in der Klinik.
00:33:19: Ich bin angekommen.
00:33:20: jetzt kannte ich den Arzt schon aufgrund anderer Personen aus meiner Familie Und der hat auch einfach nur gesagt, nee sie lernen jetzt erst mal zur Ruhe zu kommen.
00:33:27: Da hatte ich dann halt... Was hab' ich gemacht?
00:33:29: Ich hatte Massagen und ich hatte Fungopackungen.
00:33:32: Also es war so!
00:33:33: Und das war jetzt keine Wellness-Klinik, sondern es war halt also... Es war eine Klinikaufenthalte.
00:33:38: aber vor allen Dingen habe ich gelernt, einfach mal Ruhe zufinden und dass Nein sagen.
00:33:43: Weil dieses Nein sagen... Und deswegen bin... was ich spannend finde, jetzt muss man dazu sagen Das ist noch nicht lange... Also wirklich nicht lange her bei dir ne?
00:33:52: Nee, ich bin ähm Anfang Juli aus der Klinik zurückgekommen.
00:33:56: Also das ist ja wirklich noch sehr frisch, wir haben es frisch also jetzt werden.
00:34:00: wir nehmen jetzt Ende Juli auf.
00:34:02: Wir sprechen hier von einem Zeitraum vor vier Wochen.
00:34:06: Merkst du diese Veränderung im Alltag?
00:34:09: Ich merke die Veränderungen.
00:34:11: Die größte Herausforderung ist aber dass dem Umfeld klar zu machen.
00:34:19: Das wenn ich sage ne das ist mir zu viel dass das umfeld dann auch das akzeptiert und nicht wieder in dieses alte muster zurück fällt und sagt ja aber da kannst du ja trotzdem noch
00:34:33: Da musst du auch, also da muss man dann einfach
00:34:35: die Verführungen sehen.
00:34:38: Und ich muss klar bleiben und es ist
00:34:41: sehr,
00:34:41: sehr genau so wie eine Sucht.
00:34:43: Ich muss trocken sozusagen bleiben.
00:34:46: Genau.
00:34:46: Die anderen müssen das auch akzeptieren?
00:34:48: Das
00:34:48: große Freie ist die anderen werden sie nie akzeptiert haben wir nicht in der Hand.
00:34:52: Also die können wir uns nicht schnitzen.
00:34:54: Es ist eine sehr schöne Sehnsucht.
00:34:57: Dann wäre es viel leichter.
00:34:59: nur hat die anderen haben er nicht in
00:35:02: Auf jeden Fall auch mit Sicherheit hier und da mal schmerzhaft werden.
00:35:07: Also kann ich zumindest das meiner Erfahrung
00:35:09: sagen, weil... Ja es kann sein dass sich das ganze soziale Umfeld neu organisiert.
00:35:16: Ich habe eine Patientin die war Einzerschülerin, ein Maschinenbauerin, BWL-Rin promovierte Und sie merkt einfach, dass nicht ihr Weg ist.
00:35:31: Und dann war die natürlich auch mit solchen Leuten.
00:35:35: Das war ihre Peer-Group und jetzt verändert sich das, und natürlich gibt es auch viele Abschiede weil sie sieht ich habe einen anderen Rhythmus, ich hab ein anderes Timing.
00:35:47: Schönes Bild dazu ist im übrigen Momo.
00:35:51: Momo und die Zeitfresser, die grauen Männer.
00:35:54: Ich weiß nicht wer dieses Bild, dieses Buch kennt?
00:35:57: Du kennst das anscheinend
00:35:58: leicht
00:36:00: für die Hörer.
00:36:01: Die Momo ist ein junges Mädchen, so zwölf-dreizehn.
00:36:05: Sie hat sehr viel Zeit und wohnt in einem alten Amphitheater und kann unglaublich viel zuhören.
00:36:11: Er hat einfach die Zeit zum Zuhören, er hat einen sehr guten Selbstkontakt.
00:36:16: Und dann kommen die grauen Männer, die sagen also was willst du da?
00:36:20: Du kannst deine Zeit optimieren besser machen schneller höher stärker genau.
00:36:24: Also du warst den grauen Männern erlegen.
00:36:28: Was passiert mit der Momo?
00:36:31: Die verliert alle, weil sie verändert sich nichts was die Momo in dem Buch sehr gut aushalten kann und wo wir alle lernen müssen.
00:36:44: Das ist der Preis dafür!
00:36:49: Und das ist ja also...das ist nämlich das was ich an Erfahrung gemacht habe.
00:36:54: Ich habe auch Leute behalten, so ist es nicht.
00:36:56: Weil es gibt immer Leute die einem auch da unterstützen sonst wären's auch glaube ich keine Freunde Auch in solchen Situationen.
00:37:02: aber es kann auch sehr befreiend sein dass man Manche leute eben halt auf dem Weg nicht mehr mitnimmt.
00:37:09: also das muss man halt auch dazu sagen Du bist jetzt wieder im Endeffekt auf der Suche ... nach Arbeit, du bist wieder arbeitssuchend.
00:37:17: Genau!
00:37:18: Bist bereit für was Neues?
00:37:19: Bist aber nicht mehr bereit... ...für die Kita?
00:37:21: Genau.
00:37:21: Bist
00:37:22: allgemein soziale Berufe oder...?
00:37:25: Das ist so.
00:37:26: jetzt die große Frage.
00:37:27: da kämpfe ich jetzt auch noch mit der Agentur.
00:37:31: Wenn du zurückkommst dann den nächsten Große würde bis alle Anträge durch sind man vom Übergangsgeld wieder in das Arbeitslosengeld kommt dass die richtigen Papiere da sind bis man dann wieder dann die Termine auch beim Arbeitsamt bekommt Ja.
00:37:46: Dadurch, dass ich jetzt zwölf Jahre in dieser Blase Kita war habe ich mich nie nach anderen Berufen irgendwie umgeschaut und bin da jetzt ganz offen.
00:37:56: also ich glaube so Maschinenbauer wird sicher nicht, da fehlt mir ein bisschen die Expertise dazu.
00:38:02: es soll schon irgendwas mit Menschen sein aber sodass sich da auch sagen kann okay jetzt ist fünf jetzt gehe ich Ein
00:38:16: bisschen einfacher.
00:38:17: Das Multi-Paket,
00:38:18: das ich da irgendwie sagen kann?
00:38:20: Ja auf jeden Fall da erstmal viel Erfolg auch dass du den Weg findest
00:38:26: und hoffentlich auch da die richtige Geduld.
00:38:28: ja
00:38:29: auch wenn die Außen sagen wieso ist der immer noch zu Hause der muss doch mal wieder sondern es wirkt so dass das alles noch ein bisschen reifen könnte.
00:38:40: natürlich auch die Frage was Mein Gut, jetzt bist du glaube ich thirty-fünf und nach der Zeit.
00:38:50: Wir stellen uns so zyklisch immer wieder mehr wie sonst auch die Frage wohin mit unserem Leben?
00:38:56: Was wollen wir?
00:38:58: Wie wollen wir uns gestalten?
00:39:00: Und das ist jetzt mal dran.
00:39:03: Es wäre gefühlt auch ein bisschen schade wenn du dann ganz hart sagst Ich mache was anderes weil da scheinst du ja Leidenschaft drin zu haben und Stärken und Kompetenzen Aber dann zu auszuhalten.
00:39:15: Jetzt erst mal, ich mach's halt... Ich bleib das Zahnrad im Getriebe und das genügt mir selber.
00:39:23: Genau
00:39:23: ja!
00:39:24: Was ist so die schönste oder wichtigste Erkenntnis für dich?
00:39:29: Die du jetzt aus dieser Zeit und nach dieser kurzen Zeit so für dich mitnimmst und wo du sagst, das könntest du auch Leuten mit nach außen geben.
00:39:38: So als kleine Botschaft zum Abschluss nämlich schon.
00:39:45: Also ich glaube, der schwierigste Weg ist sich das selbst einzugestehen und Hilfe anzunehmen.
00:39:50: Da kann ich nur jedem sagen macht es.
00:39:55: Das Leben... Es scheint plötzlich wieder die Sonne!
00:39:57: Ich habe wieder Zeit für alle Sachen.
00:40:00: Ich kann Fahrrad fahren gehen auch mal in die Stadt ein Eisbecher essen gehen.
00:40:04: Ich hab einfach wieder Zeit und Freude.
00:40:08: Und ich glaube dass so die Quintessenz aus dem Bei mir war es jetzt so im Winter, aus diesem dunklen des Winters jetzt dann in das Licht vom Sommer und die hellere Jahreszeit zu gehen.
00:40:20: Aber das lohnt sich.
00:40:21: also ich glaube der wichtigste Schritt ist sich dasselbe einem einzugestehen und zu sagen Ich brauche Hilfe.
00:40:27: Hast du noch was Abschließenes?
00:40:29: Das ist unser Kredo und insofern geht natürlich das Herz auf.
00:40:35: vielen Dank.
00:40:37: Es ist etwas anderes wenn sie jemand sagt er das selber durchleidet.
00:40:43: Und deswegen bleibt abschließend eigentlich zu sagen, mehr Arbeit die als selbstverständlich gilt ist es nicht.
00:40:49: Definitiv nicht!
00:40:50: Verantwortung ohne Grenzen fordert irgendwann ihren Preis.
00:40:53: ein dysfunktionales Arbeitsumfeld kann einen bereits laufenden Erschöpfungsprozess beschleunigen und das Hilfssystem selbst braucht dringend kürzere Wartezeiten.
00:41:04: also unser System und vor allen Dingen das was die Politik jetzt gerade da auch veranstaltet hat.
00:41:12: Ich saß der Lob unter aller Sau und wir brauchen da alle viel mehr Unterstützung.
00:41:17: Und schnellere, einfache Hilfe die für jedermann zugänglich ist.
00:41:23: Deswegen meinen Abschluss dazwarte.
00:41:24: wer immer funktioniert merkt oft erst wie er schöpft er es wenn nichts mehr geht.
00:41:30: Und damit danke dass du dabei warst.
00:41:32: Danke das deine Geschichte geteilt hat und danke Christian dass Du dabei war.
00:41:38: Bis zum nächsten Mal.
00:41:39: Und wenn es euch gefallen hat, dann gerne bewerten, gerne abonnieren und ja auch gerne dem Podcast folgen.
00:41:46: bis zum nächsten mal!
00:41:48: Anlaufstellen und Hilfsangebote rund um das Thema seelische Gesundheit findet ihr natürlich in den Show-Notes.
00:41:55: Wenn's euch gefallen ist, lasst doch gerne mit der Bewertung da oder drückt die Abo Glocke, dann verpasst ihr keine Folge mehr.
00:42:13: Posted
00:42:14: by Last Hands Feuerborn,
00:42:16: Simone Hoffmann und Dr.
00:42:17: Christian Utler.
00:42:19: Produktion Last Hands Feuerborn.
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